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Pakistan Al Kaida-Chef getötet

Geheimdienste haben einem Fernsehbericht zufolge Anschläge auf London sowie Städte in Deutschland und Frankreich vereitelt. Unmittelbare Gefahr habe allerdings nicht bestanden.

28.09.2010 17:12
Eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator der US Air Force: Bei einem Drohnenangriff wurde ein wichtiger Al Kaida-Drahtzieher getötet. Foto: dpa

Von Extremisten in Pakistan seien in Europa Anschläge geplant worden, die verschiedenen Ziele gleichzeitig hätten treffen sollen, berichtete der britische Sender Sky News am Dienstag.

Die Pläne seien fortgeschrittenen gewesen, hätten aber nicht unmittelbar bevorgestanden. Wie Sky unter Berufung auf Sicherheitskreise weiter berichtete, hätten die Anschläge ähnlich wie die Angriffe in Mumbai im November 2008 ablaufen sollen.

Vertreter des US-Geheimdienstes sagten, sie könnten solche Pläne nicht bestätigen. Die Gefahr von Anschlägen sei aber nach wie vor gegeben. Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass es vor gut zwei Wochen - um den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 - erste Berichte über die Bedrohung gegeben habe.

Erst am Dienstag war der Eiffelturm nach einem Bombenalarm geräumt worden. Die Polizei konnte aber nichts auffälliges entdecken. Es war der vierte Bombenalarm binnen weniger Wochen an einem öffentlichen Platz in Paris.

Al Kaida-Chef getötet

Unterdessen ist den USA offenbar ein schwerer Schlag gegen die Führungsriege von Al Kaida gelungen. Der Chef des Terrornetzwerks in Afghanistan und Pakistan sei beim Angriff einer US-Drohne im Nordwesten Pakistans ums Leben gekommen, sagten mehrere Vertreter der pakistanischen Sicherheitskräfte am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Der Extremistenführer, der den Angaben zufolge unter dem Namen Sheikh Fateh bekannt war, kam bereits vergangenen Samstag im Stammesgebiet Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan ums Leben. Die US-Drohne habe Sheikh Fateh in einem Pick-Up-Truck getroffen, dabei seien auch zwei seiner drei Begleiter getötet worden.

Am Samstag hatten die pakistanischen Sicherheitskräfte einen US-Drohnenangriff im Dorf Datta Khel nahe der Stadt Miranshah gemeldet, allerdings keine Namen bekannt gegeben. Sheikh Fateh sei der El-Kaida-Chef für Afghanistan und Pakistan gewesen, hieß es nun.

Der Ägypter war im Mai auf seinen ebenfalls bei einem US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan getöteten Landsmann Mustafa Abu el Jasid gefolgt. Jasid hatte im Machtgefüge von Al Kaida an Nummer drei gestanden, war Gründungsmitglied des Terrornetzwerks und lange Zeit für die Finanzströme innerhalb der Organisation zuständig gewesen.

Der Nordwesten Pakistans, der aufgrund des bergigen Geländes und der Stammesstrukturen von der Regierung in Islamabad nur schwer zu kontrollieren ist, dient Aufständischen aus Pakistan und dem benachbarten Afghanistan als Unterschlupf. Auch die Führungsriege der Al Kaida wird dort vermutet.

Mehr als tausend Tote bei Drohnenangriffen

Immer wieder greifen die USA mutmaßliche Stützpunkte von Islamisten mit unbemannten Flugzeugen an. Seit August 2008 starben mehr als 1100 Menschen bei mehr als 140 dieser Drohnenangriffe. Der US-Geheimdienst CIA und die US-Armee haben die Angriffe auf pakistanischem Staatsgebiet im vergangenen Monat deutlich ausgeweitet.

Alleine seit Anfang September kamen bei mehr als 20 Angriffen knapp 120 mutmaßliche Islamisten ums Leben. Auch am Dienstag flog eine US-Drohne eine Attacke gegen ein mutmaßliches Rebellenversteck im Dorf Zeba in Süd-Waziristan. Nach Angaben örtlicher Sicherheitskräfte starben vier Aufständische.

Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass die Ausweitung der Drohnenangriffe mit befürchteten Planungen für Terroranschläge in mehreren europäischen Ländern zusammenhänge. Der pakistanische Experte für Sicherheitsfragen Imtiaz Gul sagte, dass die CIA ihre Aufklärung in den Stammesgebieten offensichtlich verstärkt habe. „Al Kaida könnte in diesen Angriffen das hochrangige Personal verloren gehen“, sagte der Buchautor. (rtr/afp)

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