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Ostermarsch Für Frieden und gegen Waffenexporte

Atomwaffen abschaffen, Rüstungsexporte stoppen: In ganz Deutschland haben Ostermarschierer in den vergangenen Tagen für eine friedliche Welt demonstriert. Zum Abschluss der Ostermärsche am Montag fanden Aktionen in mehr als 30 Städten statt.

02.04.2018 18:10
Ostermarsch 2018 in Hamburg
Teilnehmer des Ostermarschs in Hamburg. Foto: dpa

Bei den bundesweiten Ostermärschen sind in diesem Jahr wieder Tausende Aktivisten für Frieden und Abrüstung auf die Straße gegangenen. Das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn verzeichnete rund 100 Demonstrationen und Kundgebungen. Sprecher Kristian Golla sprach von „Zehntausenden Teilnehmern“, die von Karfreitag bis Ostermontag unter anderem für eine atomwaffenfreie Welt und einen Stopp von Rüstungsexporten demonstriert hätten. Es hätten sich mehr Menschen als in den vergangenen Jahren beteiligt.

Auf dem Frankfurter Römerberg versammelten sich am Montag nach Veranstalterangaben rund 4 000 Aktivisten. Sie forderten eine friedliche und soziale Entwicklung der Europäischen Union und eine neue Entspannungspolitik. Statt die Rüstungsausgaben gemäß dem Nato-Ziel auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, solle mehr Geld für Bildung, Gesundheit, Umwelt und Wohnen aufgewendet werden, appellierten Redner.

Zum Abschluss des mehrtägigen Ostermarsches Rhein-Ruhr zogen mehre hundert Teilnehmer von Bochum nach Dortmund. Auch hier wurde die geplante Erhöhung des Verteidigungshaushaltes angeprangert. Der NRW-Landesgeschäftsführer der „Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner“, Joachim Schramm, sprach von einer „Fortsetzung der falschen Politik der militärischen Stärke und Konfrontation“.

Am Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz kamen am Montag nach Veranstalterangaben rund 400 Friedensaktivisten zusammen, um für einen Abzug der dort mutmaßlich gelagerten US-amerikanischen Atomwaffen zu demonstrieren. Elke Koller vom Internationalen Versöhnungsbund sagte, angesichts der atomaren Bedrohung sei es überlebenswichtig, die Stimme zu erheben. „Die Menschen wollen eine atomwaffenfreie Welt, der Friedensnobelpreis an Ican hat dies gezeigt.“ Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hatte im vergangenen Jahr die Auszeichnung erhalten.

In Sachsen-Anhalt wanderten Ostermarschierer der Bürgerinitiative Offene Heide von Letzlingen zum nah gelegenen Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr. Der Ostermarsch stand unter dem Motto „An Kriege gewöhnen? Niemals!“. Die 1993 gegründete Bürgerinitiative Offene Heide demonstriert seit Jahren für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Insgesamt gab es am Ostermontag Aktionen in mehr als 30 Städten, darunter auch Kassel, Marburg, Nürnberg, Hamburg, Krefeld, Dülmen und Hamm.

Willi van Ooyen, Sprecher der Frankfurter Infostelle Ostermarsch, zog eine positive Bilanz der Demonstrationen. Bei den Aktionen mit Zehntausenden Teilnehmern unter dem Motto „abrüsten statt aufrüsten“ sei deutlich geworden, dass die Friedensbewegung die ablehnende Haltung der Mehrheit der Bevölkerung gegen Krieg und Militarismus widerspiegele.

Die Friedensbewegung verweigere sich „dem Zwangsdenken von Kriegspropaganda, Kriegsdrohungen und Kriegen“, sagte van Ooyen. Sie halte fest an ihrer Vision von einer Welt ohne Atomwaffen, einem entmilitarisierten Europa der Völkerverständigung und einem Deutschland, von dessen Boden kein Krieg, sondern Frieden ausgehe. Weltweite Kriege würden auch durch deutsche Kriegsbeteiligung und Waffenlieferungen angeheizt. „Die deutsche Politik trägt große Verantwortung für das Morden in aller Welt“, sagte van Ooyen. (epd)

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