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Ostafghanistan Kind sprengt sich in die Luft

Der Selbstmordanschlag eines Zwölfjährigen markiert den grausamen Auftakt der Frühjahrsoffensive der Taliban.

Tag 1 der von den radikalislamischen Talibanmilizen am Samstag angekündigten Frühjahrsoffensive: Ein zwölfjähriger Junge sprengte sich auf einem Marktplatz in der ostafghanischen Provinz Paktika in die Luft und tötete vier Menschen. Das Kind war einer der jüngsten Attentäter in der brutalen Geschichte des Kriegs am Hindukusch.

Das Selbstmordattentat bestätigt einen grausamen Trend: Vor allem die eng mit Al Kaida liierte, vom pakistanischen Nord-Waziristan aus operierende Hakkani-Fraktion der Talibanmilizen rekrutiert für ihre Selbstmordattentate beiderseits der Grenze zu Afghanistan zunehmend Minderjährige unter 18 Jahren, die nicht unter die Ausweispflicht fallen.

Der Selbstmordanschlag markiert den brutalen Auftakt zu zwei entscheidenden Jahren im Krieg gegen die radikalislamischen Milizen am Hindukusch. Im Jahr 2014 soll ein Großteil der 160000 ausländischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden. Trotz einer wachsenden Zahl von bewaffneten Zusammenstößen und Zwischenfällen behauptet die Nato-Kommandozentrale in Kabul, die Talibanmilizen hätten „Moment“ verloren. Doch Friedensgespräche scheinen in weiter Ferne zu liegen. Bislang gibt es keine Anzeichen, dass die Talibanmilizen sich schwach genug fühlen, um Verhandlungen aufzunehmen. Stattdessen erklärten sie jetzt, sie würden „bis zum Abzug der ausländischen Besatzer“ weiterkämpfen. Im benachbarten Pakistan scheint ihnen die Entwicklung in die Hände zu spielen. Pakistan blockiert gegenwärtig den Nato-Nachschub über Land. Täglich werden nur 120 Container über die Grenze gelassen. Mehr als 300 pro Tag wären nötig, um den Bedarf der ausländischen Militärs in Afghanistan zu decken.

Islamabads Geheimdiensten gelang es nach eigener Einschätzung zudem, nach der Verhaftung des US-Söldners Raymond Davis weitgehend das Agentennetz zu zerschlagen, das die USA aufgebaut hatten. Davis war verhaftet worden, weil er bei einem mysteriösen Zwischenfall in Lahore zwei Pakistaner erschossen hatte. „Wir sind überzeugt, dass Davis der Chef der Einheit war, die in Pakistan Ziele für Drohnenattacken ausspähte“, erklärte ein pakistanischer Geheimdienstvertreter der FR. „Die Gruppe umfasste nach unseren Erkenntnissen 60 bis 70 Mann und wir haben jetzt alle identifiziert.“

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