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Ost-Ghuta Frauen und Kinder sterben bei Luftangriff auf Schule

1. UpdateOst-Ghuta gehört zu den letzten Gebieten Syriens, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Doch die Angriffe der Armee und ihrer Verbündeten gehen immer weiter. Wieder werden Zivilisten getroffen.

19.03.2018 22:48
Konflikt in Syrien
Kein Ende des Kriegs in Syrien: Nach einem Luftangriff versuchen Männer einen Brand zu löschem. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

Bei einem Luftangriff auf eine Schule im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 15 Kinder und zwei Frauen getötet worden. In der Stadt Irbin seien zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend. Für den Angriff seien wahrscheinlich russische Flugzeuge verantwortlich. Die Opfer hätten im Keller einer Schule Zuflucht gesucht. Russland ist im Bürgerkrieg neben dem Iran der wichtigste Verbündete der Regierung.

Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Die Region erlebt seit Mitte Februar die schwerste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Aktivisten zufolge konnten die Armee und Verbündete mittlerweile den größten Teil des bisherigen Rebellengebietes einnehmen. Irbin wird jedoch noch von Gegnern der Regierung kontrolliert.

Die humanitäre Lage in Ost-Ghuta ist katastrophal. Es fehlt an Nahrung, Trinkwasser, Medikamenten, medizinischen Gütern und Strom. Seit Beginn der Offensive Mitte Februar sind den Menschenrechtlern zufolge mehr als 1450 Zivilisten in dem Gebiet getötet worden. Aus Angst vor Bombardierungen leben viele Menschen seit Wochen in Kellern. In den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen vor den Kämpfen in Richtung von Gebieten geflohen, die von der syrischen Armee kontrolliert werden.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte am Sonntag die syrischen Regierungstruppen in Ost-Ghuta besucht. Auf der Facebook-Seite des Präsidenten veröffentlichte Fotos zeigten den Machthaber, wie er vor einem Panzer stehend mit Soldaten spricht. Darunter hieß es: „An der Front in Ost-Ghuta ... Präsident al-Assad mit den Helden der Arabischen Syrischen Armee“. „Glückwünsche uns Syrern, Glückwünsche Euch, Glückwünsche allen Patrioten, die zu dieser Nation stehen“, sagte er in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Zu welcher Zeit und wo genau der Besuch stattfand, wurde nicht genannt.

Auch in der Region Afrin im Nordwesten Syriens ist die Lage für die Menschen katastrophal und verschärft sich zunehmend. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Montag, die Kämpfer hätten in großem Ausmaße Geschäfte, Häuser und Regierungsgebäude ausgeraubt. Der Sprecher der Kurdenmiliz YPG, Brossik al-Hassaka, sagte, die Eroberer hätten wie früher die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch Gebäude angezündet und religiöse Statuen zerstört. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan drohte mit einer Ausweitung der Offensive nach Ostsyrien und einem Einmarsch in den benachbarten Irak.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, forderte die Bundesregierung auf, das türkische Vorgehen als völkerrechtswidrig zu verurteilen. „Das ist eine völkerrechtswidrige Aggression“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag). Er wünsche sich deshalb eine eindeutigere Haltung der Bundesregierung in der Nato und den Vereinten Nationen.

Nach Angaben der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International sind im Norden Syriens Hunderttausende Menschen auf der Flucht, seit türkische Truppen und Dschihadisten das Gebiet Afrin eingenommen haben. Um sich in Sicherheit zu bringen, habe sich quasi die gesamte Stadtbevölkerung von Afrin aus in Richtung Aleppo aufgemacht, das mehrere Tage Fußmarsch entfernt sei, sagte Bernd Eichner, Sprecher der Organisation der „Heilbronner Stimme“ (Dienstag). „Und es gibt aktuell keinerlei Versorgungsstrukturen durch Hilfsorganisationen.“ (dpa)

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