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Organspende-Skandal Ärztepräsident fordert härtere Strafen

Gefälschte Krankenakten in Leipzig - und schon rutschen Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben. Die Motive der verantwortlichen Ärzte sind noch unklar. Ärztepräsident Montgomery fordert in jedem Fall härtere Sanktionen für seine Kollegen.

03.01.2013 07:53
Die Uni Leipzig verspricht schnelle Aufklärung im Organspende-Skandal. Foto: dapd

Das Leipziger Universitätsklinikum (UKL) verspricht eine lückenlose Aufklärung der Manipulationen an seinem Transplantationszentrum. Die drei suspendierten Mediziner hätten ihre Kooperationsbereitschaft erklärt, sagte der medizinische Vorstand des UKL, Prof. Wolfgang Fleig. Das Transplantationsprogramm am UKL gehe unterdessen weiter. „Es wird keine Abstriche an Qualität und Quantität geben“, sagte Fleig.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag): „Wer als Transplantationsmediziner immer noch nicht begreift, dass er sein eigenes Fach durch Schummeln und Manipulieren kaputt macht, der hat in diesem Fach nichts mehr zu suchen."

Ärzten Zulassung aberkennen

Montgomery regte eine Verschärfung des Berufsrechts an. „Die Ärzteschaft benötigt zum Beispiel Ermittlungskompetenzen, um selbst gegen schwarze Schafe vorgehen zu können und relevante Dokumente und Beweise sicherstellen zu können.“ Eine weitere Möglichkeit könne sein, in Korruptionsfällen schneller die Kassenzulassung anzuerkennen. „Das hätte im Zweifel mehr Wirkung als Änderungen im Strafrecht“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer dem Blatt.

Anfang nächster Woche werden Sonderprüfer der Bundesärztekammer am Leipziger Klinikum erwartet, die die unlauteren Machenschaften rund um Lebertransplantationen weiter erhellen sollen. Auch die personell verstärkte Innenrevision der Klinik werde die Manipulationen der Krankendaten mit aufrollen.

Transplantationen vorgezogen

Am Transplantationszentrum des UKL sind nach dem bisherigen Ergebnis einer Prüfung 38 Patienten fälschlicherweise zu Dialyse-Fällen erklärt worden. Dadurch stieg ihre Dringlichkeit für eine Lebertransplantation.

Auch die Staatsanwaltschaft Leipzig hat sich in die Affäre eingeschaltet und will Hinweise auf einen Straftatverdacht prüfen. Fleig sagte, man werde sich mit den Sonderprüfern abstimmen, um abzuwägen, ob das Klinikum selbst Anzeige erstattet. Das Motiv der Ärzte für die Falschangaben in den Krankenakten liegt noch im Dunkeln. Es werde schwierig nachzuweisen, ob und welche Absicht dahinterstand. (dpa)

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