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OPWC Experten weisen Chlorgas-Spuren nach

Bei einem Angriff in der nordsyrischen Provinz Idlib im Februar ist nach Angaben der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) vermutlich Chlorgas eingesetzt worden.

16.05.2018 12:34
Residents walk past graffiti on a wall drawn by Syrian artist and activist Ahmad Jalal along a street in Kafranbel, Idlib province
Straßenszene in Idlib. Foto: rtr

Bei einem Angriff in der nordsyrischen Provinz Idlib im Februar ist nach Angaben der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) vermutlich Chlorgas eingesetzt worden. In Labortests von Proben aus der Stadt Sarakib seien Spuren der Chemikalie nachgewiesen worden, erklärte die OPCW am Mittwoch in Den Haag. Zur Frage, welche Seite in dem seit Jahren andauernden Bürgerkrieg die international geächtete Waffe bei dem Angriff auf das von Rebellen kontrollierte Gebiet eingesetzt hat, äußerten sich die Experten nicht. Zurzeit untersucht die OPCW auch noch einen mutmaßlicher Einsatz von Giftgas im syrischen Duma.

Die Chemiewaffen-Experten hätten festgestellt, dass Chlorgas aus zwei Zylindern freigesetzt worden sei, heißt es in der OPCW-Erklärung. Die Bewertung basiere auf der Untersuchung der Zylinder, in denen Chlorgas nachgewiesen worden sei, auf Zeugenaussagen und Umweltproben, die eine ungewöhnliche Konzentration von Chlor ergeben hätten. Zudem seien nach dem Angriff am 4. Februar zahlreiche Menschen in Krankenstationen wegen Atembeschwerden und anderen Symptomen behandelt worden, die typisch für den Kontakt mit Chlorgas oder anderen giftigen Chemikalien seien.

Die OPCW hatte im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) schon früher in Syrien den Einsatz von Chlorgas und des Nervengifts Sarin nachgewiesen und dafür die syrische Regierung verantwortlich gemacht. Die Rebellen haben nach OPCW-Erkenntnissen einmal Senfgas eingesetzt. Die syrische Regierung streitet den Einsatz von Giftgas ab und beschuldigt Rebellen, den Giftgaseinsatz inszeniert zu haben.

Zu den Untersuchungen der OPCW-Experten zum mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der damaligen Rebellenenklave Duma vom 7. April liegen noch keine Erkenntnisse vor. Als Reaktion auf den mutmaßlichen Angriff hatten die USA, Frankreich und Großbritannien Chemieeinrichtungen in Syrien bombardiert. (rtr) 

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