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Nordkorea „Friedenskomitee“ ruft zu Atom-Angriff auf

In der EU sollen Nordkoreaner künftig keine Arbeitserlaubnis mehr bekommen. Als Reaktion auf die neuen UN-Sanktionen droht das Regime mit einem Angriff auf Japan.

14.09.2017 16:12
Kim Jong Un
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un neben einem Sprengkopf. Foto: KCNA

Die Europäische Union verschärft wegen der Atomkrise ihre Sanktionen gegen Nordkorea entsprechend den Vorgaben der Vereinten Nationen. So sollen Nordkoreaner in der EU künftig keine Arbeitserlaubnis mehr bekommen, wie der Rat als Vertretung der EU-Länder am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Hintergrund: Das nordkoreanische Regime lässt weltweit tausende Staatsbürger unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten. 

Teil der neuen Sanktionen ist auch ein absolutes Verbot sämtlicher Ausfuhren von Kohle, Eisen, Eisenerz, Meeresfrüchten, Blei und Bleierz.

Der UN-Sicherheitsrat hatte im August und September zusätzliche Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Hintergrund sind die immer neuen Raketen und Atomtests des kommunistischen Lands, die gegen frühere Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats verstoßen.

Als Reaktion verschärft Nordkorea seine Verbalattacken gegen die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea. Das der herrschenden Arbeiterpartei unterstellte Asien-Pazifik-Friedenskomitee rief dazu auf, Japan mit einer Atombombe anzugreifen.

Mit der Nuklearwaffe sollten „die vier Inseln des Archipels ins Meer versenkt werden“, hieß es in einer Erklärung. Das US-Kernland müsse zudem „zu Asche und Dunkelheit reduziert“ sowie die Regierung in Seoul „mit einer Feuerattacke ausgelöscht werden“, wurde das Komitee von den Staatsmedien zitiert.

UN-Resolution deckelt Öllieferungen 

Der Weltsicherheitsrat hatte am Montag auf Betreiben der USA die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea wegen eines verbotenen Atomtests einstimmig verschärft. Die Resolution deckelt Öllieferungen an Nordkorea. Textilexporte, ein extrem wichtiger Posten im Außenhandel des Landes, werden verboten. Die Regierung in Nordkorea erklärte daraufhin, den Sanktionsbeschluss kategorisch abzulehnen und von ihrem Atomprogramm nicht abrücken zu wollen.

Japan habe sich den von den USA eingefädelten Sanktionen „eifrig“ angeschlossen, heißt es in der Erklärung des nordkoreanischen Komitees weiter. „Japan braucht nicht mehr länger zu existieren.“ Südkoreas Regierung wurde als Gruppe „pro-amerikanischer Verräter“ b eschimpft, die sich ebenfalls für härtere Sanktionen ausgesprochen hätten. Auch verlangte das Komitee die Auflösung des UN-Sicherheitsrats, weil es sich als „Werkzeug des Bösen“ erwiesen habe und den Anweisungen der USA folge.

Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums handelt es sich bei dem Komitee um eine quasi-offizielle außenpolitische Organisation, die für den „kulturellen und politischen“ Austausch in der Region zuständig ist. (dpa) 

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am 3. September eine Wasserstoffbombe gezündet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden können. (dpa/fr) 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Nordkorea
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