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Niger Protest Mohammed-Karikatur Charlie Hebdo Brennende Kirchen, Tote, Verletzte

Auch am Samstag kommt es im zentralafrikanischen Staat Niger zu schweren Aussschreitungen. Wieder sterben bei Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe Menschen. Mindestens sieben Kirchen wurden angezündet.

17.01.2015 18:31
In Niamey eskalierte die Lage am Samstag. Mehr als tausend Menschen sollen sich an den Ausschreitungen beteiligt haben. Foto: AFP

Bei Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe ist es am Samstag im zentralafrikanischen Staat Niger zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Hauptstadt Niamey wurden am Samstag mindestens sieben Kirchen, darunter das größte protestantische Gotteshaus, angezündet, wie der Journalist Birahim Ousmane am Telefon berichtete. In einer Kirche sei ein Toter gefunden worden. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Angreifer ein.

Vor der größten Moschee gingen mindestens zwei Polizeiautos in Flammen auf, nachdem ein von Muslimen angekündigter Demonstrationszug verboten worden war. Die französische Botschaft rief ihre Landsleute auf, zu Hause zu bleiben.

Mindestens fünf Tote seit Freitag

Damit kamen seit Freitag in Zinder im Süden des Landes und in der Hauptstadt mindestens fünf Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Die Gewalt richtet sich gegen die Mohammed-Karikatur auf dem jüngsten Titelblatt des französischen Satireblattes «Charlie Hebdo». Die Bevölkerung des Wüstenstaates ist überwiegend muslimisch.

In Zinder, der zweitgrößten Stadt des Landes, ging am Freitag auch das französische Kulturzentrum in Flammen auf. Mehrere Kirchen wurden geplündert. Eine französische Fahne brannte. In Niamey griff ein Mob am Samstag eine Polizeistation an und zündete Streifenwagen an. Auch Bars wurden attackiert. "Alles, was Frankreich versinnbildlicht, wird im Niger verschwinden, ehe wir aufhören", rief ein Angreifer.

Auch in anderen früheren französischen Kolonien wie Mali, dem Senegal und Mauretanien hatte es am Freitag Protesten gegeben, die aber friedlich verliefen. Ausschreitungen gab es dagegen auch in Pakistan und in Algerien. (dpa/rtr)

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