Lade Inhalte...

Niedersachsen Twesten soll „unmoralisches Angebot“ bekommen haben

Elke Twesten, die von den Grünen zur CDU übertrat und damit die Mehrheit der rot-grünen Koalition in Niedersachsen kippte, soll bereits im Juni von Avancen der CDU gesprochen haben - so jedenfalls erinnert sich ein ehemaliger Parteikollege.

07.08.2017 07:45
Elke Twesten in Niedersachsen
Elke Twesten löste mit ihrem Übertritt von den Grünen zur CDU eine Regierungskrise in Niedersachsen aus. Foto: dpa

Die ehemalige niedersächsische Grünen-Abgeordnete Elke Twesten soll schon im Juni mit einem Parteikollegen über Avancen der CDU gesprochen haben. „Ich sprach mit ihr im Plenarsaal, weil sie die Abstimmung in ihrem Wahlkreis verloren hatte“, sagte Helge Limburg, parlamentarischer Geschäftführer der Grünen, der Deutschen Presse-Agentur. Twesten habe dann zu ihm gesagt: „Du weißt, dass ich ein unmoralisches Angebot von der CDU habe?“ 

Eine Konkretisierung, worin das Angebot bestehe, habe es aber nicht gegeben, sagte Limburg. Er habe das Ganze als abwegig betrachtet und sei nicht darauf eingegangen. Twesten selbst hatte gesagt, es habe zwei Wochen vor Bekanntwerden ihrer Entscheidung Kontakte zu CDU-Fraktionschef Björn Thümler gegeben.

Niedersachsen-Neuwahlen am 24. September möglich

Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will am Montag mit allen Fraktionen das weitere Vorgehen besprechen. Er kündigte  an, vorgezogene Neuwahlen herbeiführen zu wollen. Der Landtag soll am 16. August über seine Auflösung beraten, der Beschluss dazu könnte frühestens am 27. August fallen. Dann könnte die Landtagswahl zeitgleich mit der Bundestagswahl am 24. September stattfinden. Dafür sprachen sich mit SPD, CDU und FDP drei der vier im Landtag vertretenen Parteien aus. Nur in den Reihen der Grünen gibt es Präferenzen für getrennte Termine.

Elke Twesten hatte am Freitag ihren Austritt aus der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag verkündet und erklärt, sie sehe ihre Zukunft in der CDU. Damit löste sie eine Regierungskrise in Niedersachsen aus. Die rot-grüne Koalition von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verlor die Ein-Stimmen-Mehrheit.

Partei-Chef Cem Özdemir verteidigt Verlässlichkeit der Grünen

Grünen-Chef Cem Özdemir weist Zweifel an der Verlässlichkeit seiner Partei wegen des politischen Wechselmanövers in Niedersachsen zurück. „Dass jemand nicht aufgestellt wird und die Partei wechselt, das gibt es jetzt nicht nur bei den Grünen. Das gibt es leider bei allen Parteien“, sagte Özdemir am Sonntag im ZDF-“Sommerinterview“. „Ich würde jetzt nicht hergehen und deshalb bei einer anderen Partei sagen, dass sie deshalb nicht verlässlich ist oder Dauerstreit hat.“ Im Fall der niedersächsischen Abgeordneten Elke Twesten gehe es eher um menschliche Fragen. An Geschlossenheit fehle es den Grünen nicht.

Twesten begründete ihren Wechsel damit, dass die Grünen sie nicht für die Landtagswahl 2018 in ihrem Wahlkreis in Rotenburg (Wümme) nominiert haben. Ihr Schritt sorgte für heftige Kritik bei SPD und Grünen. Unions-Politiker wiederum argumentierten, Rot-Grün könne nicht verlässlich regieren.

Auf die Frage, ob Twesten den Grünen mit ihrem Verhalten geschadet habe, sagte Özdemir: „Genutzt hat sie uns sicherlich nicht. Sie hat auch dem Politik-Ansehen nicht unbedingt einen Gefallen getan.“ (dpa/afp)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum