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NetzDG „Der 'Titanic' die Zensur überlassen“

Der Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“ Tim Wolff spricht im Interview über Satire, die AfD-Politikerin Beatrix von Storch und das NetzDG.

Twitter
Das Satiremagazin Titanic ist nach wie vor auf Twitter gesperrt. Foto: Screenshot Twitter/Titanic

Am 2. Januar twittert die „Titanic“ mit einem Bezug auf einen Tweet der AfD-Politikerin Beatrix von Storch: „Weshalb verwendet eigentlich die deutsche Polizei arabische Zahlen? Ich wehl doch nicht 110, wen die Barbarenhorden mich vergewaltigen wollen! (bvs)“. Seitdem ist das Satiremagazin von Twitter gesperrt.

Lieber Herr Wolff, der oben genannte Tweet wurde „aufgrund der Gesetze vor Ort“ gelöscht. Was haben Sie falsch gemacht?

Nichts.

Aber ist ein Gesetz gegen Hass im Netz nicht sinnvoll?

Eines vielleicht. Offensichtlich nicht das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Was ist das Problem an dem Gesetz?

Der Name verrät ja schon, was man davon zu erwarten hat: Das Netzwerk hat sich gegen uns durchgesetzt.

Und was hat das mit Heiko Maas zu tun?

Er hat uns bei den Geheimtreffen mit ihm und der Kanzlerin zur Durchsetzung linksgrünversiffter Ideologie vorab anderes versprochen. Jetzt gibt es nur noch eine wirklich gute Lösung: Uns bei TITANIC die Zensur zu überlassen. Wir wollten ohnehin schon lange statt der abgenutzten Frage „Was darf Satire?“ die wichtigere „Wer darf Satire?“ beantworten, möglichst rechtsgültig.

Der Fall erregt weltweit Aufsehen, selbst der Hollywood-Reporter und die Daily Mail berichten. Haben Sie eine Idee, was an dem Fall so von globalem Interesse ist?

Auf der ganzen Welt beobachtet man traditionell gerne Deutschland, vor allem in Sachen Freiheit, speziell der der Meinung und der Kunst. Dann schaut man, wie die Deutschen das regeln - und macht  das Gegenteil. Historisch gesehen lag man damit selten falsch.

Aktuell weigern Sie sich, Ihre Tweets, die der Grund für die Sperrung waren, zu löschen. Wie lange wollen Sie das noch durchziehen?

Och, derzeit tut uns das in der Redaktion ganz gut, auch zwischenmenschlich. Wir reden wieder mehr miteinander. Und wir lesen so altmodischen Kram wie Bücher und Zeitungen - also Comics und die Frankfurter Rundschau, man muss sich ja langsam wieder an echte geistige Tätigkeit herantasten. Es kann also noch eine Weile so bleiben.

Empfinden Sie es nicht als Ungerechtigkeit oder als Auszeichnung? Sie sind länger gesperrt als Frau von Storch.

Frau von Storch hat als autoritär strukturierte Person vermutlich gleich ihren Tweet zurückgenommen, sie löscht halt gerne aus. Deswegen darf sie wieder twittern. Wir streben aber nach anderen Auszeichnungen als sie.

Mal was anderes: Ist Beatrix von Storch nicht eine Nummer zu klein für Sie?

Ja, sie präsentiert sich schon meist als erbärmliche Idiotin  - in diesem Fall war sie aber ausnahmsweise mal eine nützliche.

Tim Wolff ist Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“.

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