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Nato-Gipfel Donald Trump, mit Erdnussbutter und Peitsche

Beim Nato-Gipfel in Brüssel fährt US-Präsident Trump seinen berüchtigten Zickzackkurs. Beim Thema Wehrausgaben stellt er den Nato-Ländern ein Ultimatum – und zwingt sie damit, auf ihn zuzugehen.

Donald Trump
Grundsätzlich würden die Europäer die USA schlecht behandeln, klagt Trump. Foto: afp

Die Grenzen zwischen großer Politik und Reality-TV sind häufig fließend. Zumindest dann, wenn man es mit US-Präsident Donald Trump zu tun hat. Donnerstagmittag beim Nato-Gipfel in Brüssel: Trump gibt seine Abschluss-Pressekonferenz. Der Saal ist vollgestopft mit Reportern, neben dem US-Präsidenten stehen auf dem Podium Trumps Außenminister Mike Pompeo sowie sein Sicherheitsberater John Bolton. Trump ist blendend gelaunt und lobt das transatlantische Bündnis über den grünen Klee. Die Gespräche mit den anderen Staatslenkern seien wirklich großartig gewesen. Die Nato sei jetzt viel stärker als vor zwei Tagen vor Beginn des Treffens: „Sehr geschlossen, sehr stark, kein Problem.“

Wenige Stunden vorher hatte sich das ganz anders angehört. Da drohte der Präsident den Alliierten damit, in Verteidigungsfragen künftig getrennte Wege zu gehen. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 spielt Trump das Thema Verteidigungsausgaben mit voller Härte. Nach der Drohung Trumps befürchteten Diplomaten das Schlimmste. Trump hat bereits den Atom-Deal mit dem Iran aufgekündigt und will das Pariser Klimaabkommen verlassen. Ein Rückzug der USA aus dem Nordatlantik-Pakt würde zwangsläufig dessen Ende bedeuten.

Donald Trump will plötzlich nichts wissen von Drohungen

Hastig wurde am Donnerstag eine Krisensitzung im Kreis der 29 Staats- und Regierungschefs einberufen, von der die deutsche Kanzlerin Angela Merkel später sagen wird, dass es dabei eine „sehr grundsätzliche Diskussion“ gegeben habe. Nach der Sitzung will Trump von seinen Drohungen nichts mehr wissen. Ein Rückzug aus der Nato sei „nicht notwendig“.

Alle Verbündeten hätten zugesagt, rasch mehr Geld für Verteidigung zur Verfügung zu stellen und die vereinbarte Marke von zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung schneller als geplant zu erreichen. Trump redet von 33 Milliarden US-Dollar, unter Umständen sogar 40 Milliarden US-Dollar, die die Verbündeten kurzfristig lockermachen wollten. Das sei „großartig“.

Grundsätzlich würden die Europäer die USA aber schlecht behandeln, klagt Trump. Die US-Amerikaner müssten 90 Prozent der Nato-Kosten tragen, behauptet er. Das stimmt allerdings nicht. Richtig ist vielmehr, dass die USA zuletzt doppelt so viel Geld für Verteidigung ausgeben haben wie Europäer und Kanadier zusammen. Allerdings sind die Vereinigten Staaten auch weltweit militärisch präsent.

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