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Nangarhar 32 Tote nach Anschlag in Afghanistan

Die ostafghanische Provinz Nangarhar wird erneut von einem Anschlag erschüttert. Es trifft Demonstranten, die sich gegen Polizeiwillkür zur Wehr setzen wollten.

11.09.2018 15:59
Anschlag in Afghanistan
Ein verletzter Mann wird ins Krankenhaus gebracht. 32 Menschen sterben bei dem Anschlag in Nangarhar, Afghanistan. Foto: rtr

Bei einem Anschlag in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind am Dienstag mindestens 32 Menschen getötet worden. Weitere 128 Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der lokalen Gesundheitsbehörde, Nadschib Kamawol. Ein Selbstmordattentäter habe sich inmitten von Demonstranten auf einer Überlandstraße, die von der Provinzhauptstadt Dschalalabad zum Grenzübergang Torkham nach Pakistan führt, in die Luft gesprengt, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Attaullah Chogiani.

Die Proteste im Bezirk Mohmand Darah seien gegen einen Kommandeur der Lokalpolizei des Bezirks Schinwar gerichtet gewesen, sagte die Provinzrätin Nilofar Asis. Die Menschen in dem Gebiet fühlten sich von ihm drangsaliert.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, seine Gruppierung habe mit dem Anschlag nichts zu tun.

Die Provinz Nangarhar wurde am Dienstag von weiteren Explosionen in der Stadt Dschalalabad und dem Bezirk Behsud erschüttert. Dabei wurden ein Jugendlicher und vier weitere Personen verletzt, hieß es in einer Erklärung des Pressebüros der Provinzregierung. Wer das Ziel der im Vorhinein platzierten Bomben gewesen sei, sei unklar.

Neben den radikalislamischen Taliban ist der Islamische Staat (IS) in der Provinz Nangarhar präsent. Vor allem in der Provinzhauptstadt Dschalalabad kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Attentaten. Mindestens neunmal wurden dort in diesem Jahr wenig geschützte zivile Institutionen – sogenannte weiche Ziele - angegriffen. In den vergangenen Monaten wurden lokalen Medienberichten zufolge in der Provinz mindestens 160 Zivilisten getötet und mehr als 490 verletzt. (dpa)

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