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Nachfolge von Angela Merkel Asylrecht: Friedrich Merz rudert zurück

Friedrich Merz fordert eine Debatte über das deutsche Asylrecht, will wenig später aber alles nicht so gemeint haben. Ein Überblick um den Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel.

Christian Democratic Union (CDU) candidate Merz speaks at a regional conference in Luebeck
Friedrich Merz ist einer von drei aussichtsreichen Kandidaten. Foto: rtr

 

Angela Merkel hat die vielleicht letzte Chance genutzt, das Ende ihrer Ära selbst zu gestalten“, kommentiert Stephan Hebel in der FR. Der Verzicht auf den Vorsitz sei das Opfer, das Merkel bringen musste, wenn sie nicht dazu gezwungen werden wolle. Sie steht nun als Handelnde da, nicht als Getriebene“, fasst es Daniela Vates zusammen. 

Wann endet Angela Merkels Vorsitz? 

Der oder die nächste Parteivorsitzende wird beim CDU-Bundesparteitag (7.-8.Dezember) in Hamburg gewählt. 

Das sind mögliche Nachfolger

Von drei Kandidaten ist bekannt, dass sie für die Nachfolge Merkels kandidieren wollen. 

Annegret Kramp-Karrenbauer, 56, ist bisher CDU-Generalsekretärin. Sie gilt als Merkels Wunschnachfolgerin und aussichtsreiche Kandidatin für den Fall einer geordneten Übergabe. Im Zuge der Groko-Bildung hatte Merkel sie nach Berlin geholt und zur Generalsekretärin befördert. Kramp-Karrenbauer steht wie Merkel für den liberalen, sozialdemokratisch geprägten Flügel der Partei - ihre Wahl würde Kontinuität signalisieren. 

Mit Jens Spahn, 38, Bundesgesundheitsminister, tritt ein Merkel-Kritiker an. Auf Parteitagen errang Spahn kleine symbolische – und konservative – Siege gegen Kanzlerin Merkel, mischte sich immer wieder in Kurs- und Führungsdebatten ein. Jens Spahn ist befreundet mit FDP-Chef Lindner, der von Schwarz-Gelb ohne Angela Merkel träumt. 

Friedrich Merz (62, Wirtschaftsanwalt) ist der Überraschungskandidat. Obwohl der Westfale die Politik vor fast zehn Jahren verlassen hat, ließ er sich binnen Minuten nach der Meldung von Merkels Rückzug zur Kandidatur überreden. Als Parteivorsitzende hatte Merkel ihn nach der Bundestagswahl 2002 vom Fraktionsvorsitz verdrängt, den er zwei Jahre innehatte – der Anfang ihres Kurses zur Mitte. Inzwischen hat Merz seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben. 

Friedrich Merz hat aktuell mehrere Posten in der Wirtschaft - er ist unter anderem Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Deutschland und Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters Blackrock Deutschland. Seine Zeit als Lobbyist könnte für seine Kandidatur zum Problem werden (mehr dazu hier). 

In „Merkels mögliche Nachfolger" bewertet Steven Geyer für die FR die Chancen dieser und weiterer möglicher Kandidaten.    (jon mit afp/dpa/rtr) 

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