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Mueller-Ermittlungen Trumps Helfer wird zur Last

Ex-Wahlkampfmanager Manafort gerät vor Gericht unter Druck – die Russen-Affäre schwingt immer mit.

Rick Gates
Gerichtsszene mit Paul Manafort. Foto: rtr

Sein luxuriöser Lebensstil hatte einen hohen Preis. Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, leistete sich nicht nur eine 18.500 Dollar teure Jacke aus Python-Haut. Für einen antiken Teppich ließ der Politikberater 934.000 Dollar springen, und die Pflege seines Gartens auf den Hamptons verschlang 820.000 Dollar. Doch die dafür verwendeten Einnahmen aus Beratungsgeschäften mit pro-russischen Oligarchen in der Ukraine wurden mutmaßlich am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust.

Seit einer Woche steht der 69-Jährige vor Gericht. Nach der Vernehmung seiner früheren Buchhalterin und des ehemaligen Geschäftspartners Rick Gates scheinen sich die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe des Steuer- und Bankbetrugs zu erhärten. Gates belastete den Ex-Vertrauten schwer. Er berichtete von 15 Auslandskonten, über die mehrere Millionen Dollar als Schwarzgeld in die USA transferiert worden seien. „Herr Manafort hat mich dazu angehalten“, sagte Gates. Zugleich gestand er, mit gefälschten Rechnungen selbst mehrere hunderttausend Dollar von Manaforts Konto abgezweigt und entwendet zu haben.

Der Krimi im Jet-Set-Milieu hat eine hochpolitische Bedeutung. Die 32 Punkte umfassende Anklageschrift gegen Manafort ist nämlich die erste Frucht der Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller. Wird Manafort von den Geschworenen verurteilt, würde das Muellers Glaubwürdigkeit deutlich stärken. Einen Freispruch hingegen dürfte Präsident Trump als endgültigen Beweis für die angebliche „Hexenjagd“ gegen sich ausschlachten.

Nicht nur das: Zwar spielt die eigentlich von Mueller untersuchte mögliche Zusammenarbeit der Trump-Kampagne mit Russland in dem Prozess offiziell keine Rolle. Doch ist höchst auffällig, dass Manafort vor seiner Berufung zum Wahlkampfmanager im Juni 2016 rund 60 Millionen Dollar mit der Beratung prorussischer Oligarchen und des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch verdient hat. Nachdem die Geschäfte versiegten, musste er hohe Schulden aufnehmen, um seinen luxuriösen Lebensstil weiter zu finanzieren.

Im Mueller-Lager hofft man, Manafort könnte auspacken

Im Sommer 2016 nahm Manafort dann zusammen mit Trumps Sohn Donald jr. und Schwiegersohn Jared Kushner im New Yorker Trump-Tower an dem brisanten Treffen mit einer Kreml-nahen russischen Anwältin teil, die belastendes Material über Hillary Clinton angeboten hatte. Diese Begegnung spielt in den Mueller-Ermittlungen eine wichtige Rolle. Präsident Trump hatte zunächst behauptet, bei dem Treffen, von dem er erst im Nachhinein erfahren habe, sei es um Adoptionen gegangen. Am Wochenende räumte er plötzlich ein, sein „wundervoller Sohn“ habe nach Informationen über den politischen Gegner geforscht: „Das ist absolut legal und passiert dauernd in der Politik.“

Rechtsexperten sehen den Vorgang deutlich kritischer. Zudem behauptet Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen, der damalige Präsidentschaftskandidat habe das Treffen abgesegnet. Anders als Cohen verhält sich Manafort bislang loyal gegenüber Trump. Offenbar hofft man im Mueller-Lager aber, dass eine drohende Verurteilung des Politikberaters dessen Bereitschaft erhöhen könnte, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten und über Trump auszupacken. Der Präsident geht derweil schon einmal auf maximale Distanz zu Manafort: „Er arbeitete nur sehr kurze Zeit für mich“, twitterte er. Von Manaforts Vorgeschichte habe er nichts gewusst, und dessen Probleme hätten nichts mit ihm zu tun.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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