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Mittelmeer Italien und Libyen verstärken Kampf gegen Schlepper

Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi herrscht Chaos in Libyen. Im Kampf gegen die Schlepperkriminalität will Italien trotzdem intensiver mit libyschen Behörden zusammenarbeiten.

12.01.2018 17:27
Seenot
Innerhalb einer Woche sind Anfang Januar rund 160 Menschen im Mittelmeer gestorben. Foto: afp

Die italienische Regierung baut die Zusammenarbeit mit den libyschen Behörden im Kampf gegen Schlepperkriminalität weiter aus. Am Freitag kam im Innenministerium ein neues Kontrollgremium bestehend aus Minister Marco Minniti, hochrangigen Ermittlern, Vertretern von Polizei und Geheimdiensten sowie libyschen Behörden zusammen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Die Gruppe soll sich regelmäßig in Italien oder Libyen treffen, um den Informationsaustausch zwischen den Ländern zu intensivieren. Damit werde das Ziel verfolgt, für mehr Rechtsstaatlichkeit in dem Bürgerkriegsland zu sorgen und dort die „volle Einhaltung der Menschenrechte zu gewährleisten“.

Seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Chaos. Die Menschenrechtslage ist dramatisch. Hunderttausende Migranten sitzen unter schlimmsten Bedingungen in dem Bürgerkriegsland fest, viele hoffen auf eine Überfahrt nach Europa. Die meisten Flüchtlinge, die im Mittelmeer gerettet werden, werden nach Italien gebracht - die Regierung in Rom versucht seit Monaten, den Zustrom mit der Einheitsregierung in Tripolis einzudämmen. Die Zusammenarbeit ist höchst umstritten.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen beklagte am Freitag, dass innerhalb einer Woche rund 160 Menschen bei mehreren Schiffbrüchen ihr Leben im Mittelmeer verloren hätten. Angesichts dieser Zahl müssten die Staaten mehr Migranten im Rahmen von Umsiedlungsprogrammen aufnehmen, um Menschenleben zu schützen. (dpa)

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