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Missbrauch Indische Nonne beschuldigt Bischof der Vergewaltigung

Ein Würdenträger aus Kerala soll die Schwester zwischen 2014 und 2016 dreizehn Mal missbraucht haben.

Die vier Nonnen des Ordens „Missionaries of Jesus“ hocken seit Tagen in ihrem schwarzen Ornat auf den Stufen des High Court in Kochi, der größten Stadt des südindischen Bundesstaats Kerala.

„Wir verlangen, dass endlich etwas geschieht“, sagt Pulludan, eine der Organisatorinnen der Aktion „Rettet unsere Schwestern“. Sie verlangen die Verhaftung des katholischen Bischofs Franco Mulakkal, der die Diözese Jalandhar am anderen Ende von Indien im Norden des Bundesstaats Punjab leitet. Ihr Vorwurf: Der Kirchenmann soll zwischen 2014 und 2016 eine Nonne dreizehn Mal vergewaltigt haben.

Doch außer bei vielen Medien des Landes haben die Nonnen bislang nur wenig Unterstützung gefunden. Die „Missionaries of Jesus“, haben keine Zweifel, wer die Schuldigen sind. „Wir schämen uns wegen des Protests unserer Schwestern in Kochi“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Ordens, der sein indisches Hauptquartier in der Diözese des Bischofs betreibt, „sie versuchen, einen Unschuldigen zu kreuzigen“.

Der 54-jährige Mulakkal beteuert ebenfalls eisern seine Unschuld. „Ich musste im Jahr 2016 ein Disziplinarverfahren gegen diese Nonne einleiten“, so der Bischof, „sie wurde schuldig gefunden, gegen Regeln verstoßen zu haben. Jetzt versucht sie gemeinsam mit ihrer Familie, mich zu erpressen.“

Wie oft in ähnlich gelagerten Fällen stehen Unschuldsbeteuerung gegen Vorwurf. Die Behörden wiederum wollen oder können sich nicht entscheiden. Neun Stunden lang verhörte die Polizei den Bischof bei seiner einzigen Vernehmung. „Sie haben keinen Schuldbeweis gefunden“, so Mulakkal. Die 46-jährige Nonne wiederum blieb bei ihren insgesamt zwölf Verhören bei ihrer Darstellung. Als Leiterin eines Konvents der „Missionaries of Jesus“ habe der Bischof sie dreizehn Mal missbraucht. Am vergangenen Dienstag wendete sie sich per Brief an die Apostolische Nuntiatur in Delhi in der Hoffnung, aus Rom Rückendeckung für ihre Anklage gegen den Bischof zu erhalten.

Der Vatikan hüllt sich in Schweigen. Der indische Kirchenmann erhielt derweil Schützenhilfe von einem linksgerichteten Abgeordneten des Parlaments von Kerala. Er verunglimpfte die Nonne als „Prostituierte“ und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus.

Die Regierung des Bundestaats, die von der Kommunistischen Partei CPI-M geführt wird, ist angesichts des Skandals mehr als peinlich berührt. Denn während nur 2,3 Prozent der insgesamt 1,3 Milliarden Inder Christen sind, stellen sie in Kerala mit knapp 19 Prozent die zweitgrößte Minderheit nach den Muslimen. Dabei verdankt Kerala einige Bildungs- und Infrastrukturprojekte zu einem großen Teil der katholischen Kirche.

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