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Militäreinsatz Türkische Luftangriffe gegen Kurden in Syrien

2. UpdateDie „Operation Olivenzweig“ hat begonnen: Die Türkei sieht die starke kurdische Präsenz in Nordsyrien schon lange als Gefahr. Doch der Angriff auf den US-Verbündeten ist risikoreich. Und könnte auch der Terrormiliz IS nützen.

20.01.2018 11:18
Türkische Offensive in Nordsyrien
Aus der türkischen Grenzstadt Kilis sind Rauchwolken in Syrien zu sehen. Foto: Lefteris Pitarakis

Die seit Tagen angekündigte türkische Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens hat begonnen. Die vom Generalstab am Samstag verkündete „Operation Olivenzweig“ zielt auf die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in der Enklave Afrin. Berlin und Moskau äußerten sich besorgt.

Kampfflugzeuge bombardierten übereinstimmenden Berichten zufolge Stellungen der YPG. Der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge drangen protürkische Rebellen auf kurdisches Gebiet vor. Dafür gab es zunächst aber keine Bestätigung.

Seit Beginn der Luftangriffe seien 108 von 113 Stellungen der YPG getroffen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Dabei habe es auch Tote und Verletzte gegeben, die laut Anadolu alle der YPG angehörten. Die kurdische Nachrichtenagentur FIRAT berichtete, zehn Zivilisten seien verletzt worden, einige davon schwer.

Die YPG, die das Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) anführen, sind der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei. Die PKK ist in der Türkei, der EU und in den USA als Terrororganisation eingestuft. Ankara fühlt sich von einer starken kurdischen Präsenz an seiner Grenze bedroht.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach am Samstag vom „faktischen“ Beginn der Militäroperation. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, die „heldenhaften Streitkräfte“ hätten mit der Luftoffensive begonnen. Erdogan zufolge soll nach der Afrin-Offensive ein Angriff auf die Region um die Stadt Manbidsch folgen. Diese wird ebenfalls von einem Bündnis unter Führung der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG kontrolliert.

Mindestens zehn türkische Kampfflugzeuge

Die SDF monierten die „unrechtmäßigen Drohungen“ von türkischer Seite. Wenn man angegriffen würde, habe man keine andere Möglichkeit, als sich selbst zu verteidigen. Eine Offensive der Türkei auf die kurdischen Gebiete könnte dazu führen, dass der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) neues Leben eingehaucht werde.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Luftangriffen von mindestens zehn türkischen Kampfflugzeugen in Afrin am Samstag. „Wir können Luftschläge in der Stadt Afrin hören“, sagte Haivi Mustapha vom örtlichen kurdischen Exekutivrat. Es gebe Verletzte.

Es war zunächst unklar, ob türkische Truppen die Grenze nach Syrien überschritten hatten. Dies könnte zu einer direkten Konfrontation mit russischen und auch US-Truppen führen, die im Norden Syriens stationiert sind. Die mit den USA verbündeten Kurden kooperierten in der Vergangenheit auch mit Russland.

Russland zog seine Truppen aus der Region um die Stadt Afrin ab. Man habe sich zu dem Schritt entschlossen, um die Sicherheit der russischen Soldaten zu gewährleisten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Tass zufolge mit. „Wir beobachten die Entwicklung dieser Situation sehr genau“, teilte das russische Außenministerium mit. Man fordere alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief Kreisen zufolge ebenfalls zu Besonnenheit auf. „Wir sehen mit Sorge nach Nordsyrien“, war am Samstag aus dem Auswärtigen Amt zu hören. Die aufgeheizte Rhetorik und auch der Beschuss über die Grenze, der allerdings nicht neu sei, seien nicht ermutigend.

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