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Militär Bundeswehr soll Hacker bekämpfen

Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen sind längst Realität. Die Bundeswehr stellt daher 13.500 „IT-Soldaten“ ein. Die Grünen warnen vor „großem Eskalationspotenzial“.

Cyber-Attacken
Die Bundeswehr will eine neue Armee aufstellen zur Abwehr von Cyber-Attacken. Aber auch Angriffe gehören zum Programm Foto: Nicolas Armer (dpa)

Der Gedanke ist gleich mehrfach beunruhigend: Die Bundeswehr könnte in Europa eine Vorreiterrolle übernehmen, wenn es darum geht, digitale Hacker-Angriffe abzuwehren. Das regte die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder, am Montag in Berlin an.

Das Beunruhigende an der Vorstellung, die deutsche Armee sei in Europa die bestgewappnete für das „Schlachtfeld der Zukunft“, zu dem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Internet gerade wieder erklärt: Erstens, die Bundeswehr hat einigen Nachholbedarf – und zweitens, von „Zukunft“ kann keine Rede mehr sein.

Denn die Cyber-Angriffe laufen längst, auch auf die Bundeswehr. Allein in den ersten neun Wochen dieses Jahres seien deren Rechner mehr als 284.000 Mal Ziel solcher Attacken gewesen, heißt es von der Bundeswehr. „Cyber-Angriffe auf Staaten und kritische Infrastrukturen sind schon lange keine Fiktion mehr, sondern Realität“, heißt es in dem 50-seitigen Abschlussbericht des Ministeriums zur Vorbereitung einer eigenen Informatiker-Einheit.

Von der Leyen hatte die neue militärische Organisationseinheit vor zwei Jahren angekündigt, damit die Cyberkompetenz der Bundeswehr gebündelt werden kann. An diesem Mittwoch wird sie nun in Bonn in den Dienst gestellt: 13.500 „IT-Soldaten“ – die sogar Uniform tragen sollen, ein marineblaues Barett – sowie zivile Mitarbeiter sollen künftig Waffensysteme und Computernetze der Bundeswehr schützen – aber auch zu Angriffen in der Lage sein.

Das beunruhigt wiederum die Opposition: Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger spricht von „erheblichen Gefahren und einem großes Eskalationspotenzial“. Von der Leyen bleibe „gefährlich vage, wo die Grenzen solcher Einsätze liegen sollen“. Das Eindringen ins Datennetz eines Gegners müsste – wie Einsätze mit Jets, Schiffen und Panzern – vom Bundestag genehmigt werden.

Tatsächlich räumt auch das Ministerium ein, dass Einsätze im Internet behandelt werden müssten wie Auslandseinsätze. Cyberangriffe unterlägen denselben Regeln wie andere Einsätze der Truppe.

Ihr neuer Chef, der Drei-Sterne-General Ludwig Leinhos, ist bereits seit Monatsbeginn im Dienst und beschrieb die Hacker-Attacken auf „die Bundeswehr als zunehmend digitalisierte Großorganisation“, wie es im Ministeriumsbericht heißt, als zentrale Herausforderung: „Vom Hacker-Angriff bis zu staatlichen Attacken müssen wir auf alles vorbereitet sein“, sagte Leinhos der „Bild“-Zeitung. „Teilweise sollen unsere Systeme ausgespäht, Informationen abgegriffen werden. Oder im schlimmeren Fall geht es darum, ganze Anlagen stillzulegen oder Infrastruktur zu zerstören.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bundeswehr

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