Lade Inhalte...

Merkels Jubiläum Getreue und verscheuchte Wegbegleiter

Die Kanzlerin schwor vor zehn Jahren ihren ersten Amtseid. Einige ihrer Weggefährten sind längst weg vom Fenster. Allerdings gibt es auch treue Weggefährten der Kanzlerin.

Einige kamen, einige gingen, sie ist immer noch da: Angela Merkels Kanzlerschaft jährt sich bald zum zehten Mal. Foto: REUTERS

Am Sonntag ist Angela Merkel seit zehn Jahren Bundeskanzlerin. Zunächst regierte sie mit einer großen Koalition, ab 2009 dann mit der FDP und seit 2013 wieder mit der SPD. Vertraute Weggefährten und Rückzüge aus der Ära Merkel:

Treue Begleiter

Beate Baumann: Schon seit Anfang der 90er Jahre begleitet die Niedersächsin Angela Merkel. Sie war Mitarbeiterin der Frauen- und der Umweltministerin Merkel, zu CDU-Oppositionszeiten im der Parteizentrale und in der Fraktion. Von Beginn an ist Baumann auch Büroleiterin der Kanzlerin Merkel, öffentlich zurückhaltend, aber intern maximal einflussreich.

Eva Christiansen: Die frühere CDU-Sprecherin folgte Angela Merkel 2005 ins Kanzleramt. Als Medienberaterin und Leiterin der Abteilung für Grundsatzfragen bestimmt sie wesentlich den Auftritt und die Schwerpunkte der Kanzlerin mit.

Peter Altmaier: Als Kanzleramtschef ist Altmaier Merkels oberster Krisenbeauftragter – aktuell hat sie ihm die Koordination der Flüchtlingspolitik übertragen. Schon vorher, als Staatssekretär im Innenministerium und Fraktionsgeschäftsführer, gehörte der kommunikative Saarländer zu denen, die Merkels Öffnungskurs der CDU in gesellschaftspolitischen Fragen unterstützten. Unter Kanzler Helmut Kohl, zählte Altmaier zu den „Jungen Wilden“, die den Kurs des Vorsitzenden in Frage stellten.

Volker Kauder: Der Baden-Württemberger wandelte sich vom Merkel-Skeptiker zu einem ihrer wichtigsten Unterstützer. Er organisierte als CDU-Generalsekretär den Wahlkampf 2005, der Merkel die Kanzlerschaft brachte. Merkel übertrug ihm danach den Vorsitz der Bundestagsfraktion. Auf dem Posten ist Kauder seitdem geblieben, auch wenn er wohl gerne mal Minister geworden wäre. Aber im aktuellen Kabinett stellt die CDU nur sechs Minister und mit Wolfgang Schäuble war die Baden-Württemberg-Quote erfüllt. Zuvor wollte Merkel offenbar nicht auf einen erfahrenen Mehrheitsorganisator im Parlament verzichten.

Christoph Heusgen: Der Diplomat ist Merkels Schattenaußenminister, er leitet seit 2005 die Abteilung Außenpolitik im Kanzleramt. Die ist für Merkel besonders wichtig – die Außenpolitik ist ein Schwerpunkt ihrer Politik. Ukraine, Griechenland, Afghanistan – überall ist Heusgen dabei. Praktisch ist, dass Heusgen auch einmal bei der EU gearbeitet hat.

Abgänge

Norbert Röttgen: Merkel hat einige ihrer Minister verloren in den zehn Jahren ihrer Amtszeit. Richtig rausgeschmissen hat sie bislang nur Norbert Röttgen. Der hatte als CDU-Spitzenkandidat nach einem ungeschickten Wahlkampf 2012 die Landtagswahl in NRW verloren. Als Umweltminister sollte er die Energiewende organisieren, war aber in Teilen der Union nicht wohlgelitten. Merkel verzichtete auf Röttgens Mitarbeit im Kabinett. Röttgen ist mittlerweile Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Als potenzieller Merkel-Nachfolger gilt er derzeit nicht mehr.

Karl-Theodor zu Guttenberg: Der bayerische Baron legte einen schnellen Aufstieg hin. Binnen weniger Jahre wurde der unbekannten CSU-Hinterbänkler zum Generalsekretär, dann zum Wirtschafts- und schließlich zum Verteidigungsminister seiner Partei. Redegewandtheit, lockeres Auftreten und die als Glamourfaktor taugende adlige Herkunft machten ihn zum Kabinetts-Star. Guttenberg stürzte über eine abgeschriebene Doktorarbeit.

Annette Schavan: Auch Merkels Bildungsministerin musste wegen Zweifeln an ihrer Doktorarbeit zurücktreten. Die langjährige CDU-Vize-Chefin galt als eine der engeren Vertrauten Merkels, mittlerweile ist sie deutsche Botschafterin im Vatikan.

Christian Wulff: Eigentlich hätte der niedersächsische Ministerpräsident wohl gerne Merkels Stuhl im Kanzleramt gewollt. Merkel bootete ihn aus, indem sie ihn zum Bundespräsidenten machte. Wulff hielt sich nicht lange. Der Verdacht auf mangelnde Trennung zwischen Privatem und Politischem sowie sein fehlerhafter Umgang mit den Vorwürfen führten nach nur zwei Jahren zu seinem Rücktritt.

Ronald Pofalla: Kurz nach der Bundestagswahl 2013 kündigte Pofalla seinen Ausstieg aus der Politik und den Wechsel zur Deutschen Bahn an. Die Begründung: Er wolle mehr Privatleben haben. Merkel, die er erst als Vize-Fraktionschef, dann als CDU-Generalsekretär begleitet hatte, bekundete ihr Bedauern. Allerdings galt Pofalla in seinem letzten politischen Job als Kanzleramtsminister als zu aufbrausend und zu wenig kompromissorientiert.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum