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USA Die Philosophie des US-Präsidenten

Die Rede von Präsident Obama zu Beginn seiner zweiten Amtszeit beschäftigt die US-Amerikaner.

Damir Fras ist Autor der Dumont-Redaktionsgemeinschaft.

Die Überschrift des Leitartikels in der New York Times ist misslungen. Sie lautecweckt den Anschein, eben dieser Obama sei frisch eingetroffen im Weißen Haus und habe das wichtigste Amt in den USA übernommen. Das ist falsch: Obama hat nach seiner Wiederwahl im November die zweite Amtszeit angetreten und eine Rede vor dem Kapitol in Washington gehalten, auf die der Kommentator der New York Times natürlich intensiv eingeht.

Das Blatt bedauert, dass Obama in seiner Rede allgemein geblieben sei: „Präsident Obamas erste Antrittsrede bot eine klare und belebende Vision für einen Weg aus der Tiefe der wirtschaftlichen Krise und zweier Kriege im Ausland. Seine zweite Antrittsrede am Montag ließ weniger von seinen spezifischen Plänen für die nächsten vier Jahre erkennen, aber mehr von seiner politischen Philosophie.“ Aber diese Philosophie habe es in sich.

Der erste schwarze US-Präsident habe seine „Prinzipien und Prioritäten“ deutlich wie selten zuvor gemacht. Ob Klimawandel, erneuerbare Energien, Gleichbehandlung von Homosexuellen, neue Einwanderungsregeln, neue Waffengesetze – „Präsident Obama hat jedes Argument zurückgewiesen, wonach das amerikanische Volk in Gruppen unterteilt werden könnte, deren Interessen sich widersprechen“. Nur gemeinsames Vorgehen werde den Erfolg bringen, urteilt das Blatt ganz im Sinne Obamas.

Die Zeitung weist aber auch darauf hin, dass sich der Präsident neuer Methoden bedienen müsse. Die Zeit für überparteiliches Vorgehen sei vorbei: „Es ist sinnlos auf Signale der Versöhnung von der extremen Rechten zu warten, dessen zentrale Ideologie es ist, die Regierung ineffektiv zu machen.“

Zu einer etwas anderen Interpretation gelangt die Washington Post und wählt dabei auch die bessere Überschrift für ihren Leitartikel: „Mr. Obama startet neu“. Das Blatt freut sich über den klaren Ton des Präsidenten. Obamas Rede habe sich derartig von den Gemeinplätzen seiner Vorgänger unterschieden, „dass er zuweilen klang, als führe er immer noch Wahlkampf gegen Mitt Romney“. Die Zeitung kommt zu dem Schluss, dass Obama in seiner Rede so etwas Ähnliches wie ein liberales Manifest vorgelegt habe.

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