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Prostitution Prostitution als Glaubensfrage

Verstößt Prostitution gegen die Menschenwürde? Alice Schwarzer glaubt das durchaus und fordert deshalb die Abschaffung der Prostitution. Es wäre allerdings wünschenswert, wir könnten die Prostitution tolerieren. Ein Kommentar.

Der Zugang zur Herbertstraße im Rotlichtviertel von St. Pauli. Foto: imago/imagebroker

Niemand muss glauben, Prostitution sei ein normaler Beruf. Es ist auch niemand gezwungen, einer Prostituierten Glauben zu schenken, die behauptet, sie gehe dieser Tätigkeit freiwillig und mit großem Vergnügen nach.

Es wäre allerdings wünschenswert, wir könnten nicht nur das Bekenntnis tolerieren, sondern auch die Prostitution.

Ob Sex gegen Geld unter allen Umständen gegen die Menschenwürde verstößt, ist eine Glaubensfrage, und genau die hat Alice Schwarzer gern.

Wir sollen glauben, dass das geltende Prostitutionsgesetz von Frauenhändlern geschrieben wurde, nicht von Parlamentariern. Wir sollen glauben, dass Prostitution und sexuelle Selbstbestimmung unvereinbar sind und dass die Tolerierung und Legalisierung von käuflichem Sex des Teufels ist.

Forderung lenkt von der Lösung ab

Wenn wir alle diese Glaubenssätze unterschrieben, forderten wir die Abschaffung der Prostitution. Dummerweise führt diese Forderung nicht nur am Problem vorbei, sie lenkt auch von seiner Lösung ab.

Das Prostitutionsgesetz muss nachgebessert und nicht umgekehrt werden, und wer es diesmal besser machen will, muss zwischen Prostitution, Menschenhandel und Sklaverei unterscheiden.

Der Gesetzgeber ist in dieser Frage zwar sträflich langsam, aber doch immerhin weiter als Alice Schwarzer.

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