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Fischer gegen AfD Falsche Taktik

Eintracht-Präsident Peter Fischer sollte weniger provozieren.

Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt
Ob Ausländer oder AfD-Mitglied: Dem Ball ist es egal, wer ihn tritt. Foto: dpa

Leider ist der Riss, der hierzulande durch die Gesellschaft geht, noch längst nicht wieder im Begriff, zuzuwachsen. Wer das vielleicht gehofft hatte, weiß es im Zuge der von Peter Fischer angestoßenen Debatte jetzt besser. Der Präsident von Eintracht Frankfurt ist das Thema mit der richtigen Haltung falsch angegangen. Um es in der Fußballersprache zu formulieren: Er ist nach vorne gestürmt und hat dabei  die Defensive vernachlässigt. Ein taktischer Fehler, den sich der Gegner mit seiner Konterstrategie leicht zunutze macht. In der AfD reiben sie sich, dankbar für diese Vorlage, die Hände.

Denn Fischers Ausgrenzung von AfD-Wählern führt bei denen zu einer Solidarisierung – und leider muss vermutet werden, dass der Offensivdrang des Präsidenten auch zu einer Solidarisierung von Menschen mit der AfD führt, die in ihrer weltanschaulichen Haltung nicht so standhaft sind wie der Frankfurter VereinschzEef selbst. Das heißt: Der Riss wird durch derart radikale Formulierungen tiefer und breiter, die AfDler und deren Sympathisanten, die zwar viel zu oft, aber ganz bestimmt nicht kollektiv den Geisteszustand „brauner Brut“ erfüllen, fühlen sich in die Ecke gedrängt. Folge: Die Sprache wird noch grober, der Hass auf Flüchtlinge noch größer, die Abneigung gegen alle, die politisch weiter links zu verorten sind, noch wuchtiger.

Zumal es gegen niemanden in einer funktionierenden Demokratie eine Denkpolizei geben darf. Natürlich auch dann nicht, wenn jemand die AfD gewählt hat oder künftig beabsichtigt, das zu tun. Stattdessen: Lieber hinsetzen und sich die Mühe machen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Denen, die immer nur die abschreckenden Beispiele missglückter Integration vorbringen, gute Beispiele entgegensetzen. Ängste vor sozialem Abstieg, Furcht vor Fremden, fehlende Empathie für Schwächere und Egoismus nicht pauschal in die rechte Ecke stellen. Und diejenigen Anführer deutlich geißeln, die aus dieser Ecke heraus als Menschenfänger unterwegs sind.

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