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Organspende Verklärung statt Antworten zur Organspende

Die Widerspruchslösung wird die Zahl der Organspenden nicht erhöhen. Die Debatte darüber lenkt nur von den Problemen ab. Der Leitartikel.

Organspende
Bei einer Operation wird einem Spender eine Niere entnommen, die für eine Transplantation vorgesehen ist. Foto: Jan-Peter Kasper (dpa-Zentralbild)

Gibt es auch nur vorsichtige Hinweise darauf, dass es beim Betroffenen oder den Angehörigen Vorbehalte gab oder gibt, wird nichts unternommen. Dass etwa Spanien bei den Spenderzahlen einen Spitzenplatz einnimmt, hat nichts mit der Widerspruchslösung zu tun: Dort besteht ein zentral organisiertes staatliches Transplantationswesen mit effektiven Werbekampagnen. Außerdem dürfen Organe dort schon nach dem Herzstillstand entnommen werden, was in Deutschland zu Recht verboten ist.

Die Widerspruchslösung wird mithin nicht dabei helfen können, die Zahl der Organspender nennenswert zu erhöhen. Die Debatte darüber lenkt nur von den eigentlichen Problemen ab. Sie hätte nur einen Vorteil: Da fast jeder für sich in Anspruch nimmt, im Fall der Fälle ein Spenderorgan zu bekommen, zwingt es alle Menschen, sich mit der Frage der Organspende bewusst auseinanderzusetzen. Spätestens dann werden viele erkennen, wie reformbedürftig das deutsche Transplantationssystem ist.

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