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Nordkorea Wie reagieren auf Kims Zündeleien?

Die Weltgemeinschaft muss alles tun, was nötig ist, um einen möglichen Krieg mit Nordkorea zu verhindern. Nur - wie soll das gehen? Der Leitartikel.

Atomkrise
Südkoreanische Truppen bei einem Manöver. Eine Rakete vom Typ Hyunmoo wird von einer mobilen Abschussrampe gestartet. Foto: rtr

Börsianer müsste man sein. Das wäre fein. Dann verfiele man zwar regelmäßig in Schnappatmung, wenn irgendwo auf der Welt ein kleiner, dicklicher Mann mit sonderbarer Frisur an seiner Atombombe spielte. Doch die Aufregung würde sich auch schnell wieder legen. Schon einen Tag später würde man so tun, als wäre nichts geschehen. So war es auch am Dienstag, als die Aktienkurse wieder stiegen – und das einen Tag, nachdem sie wegen des jüngsten nordkoreanischen Atomtests gefallen waren. Für Börsenzocker war die Welt, die für normale Menschen aus den Fugen geraten scheint, schon wieder in Ordnung.

Was treibt den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un?

Wenn es nur so einfach wäre. Doch weiß leider niemand, was den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un treibt und wie weit er zu gehen bereit ist mit seinen atomaren Provokationen. Zugleich weiß jeder, dass US-Präsident Donald Trump dünnhäutig ist, übelnimmt, heute so sagt und morgen so und er besser nicht derjenige wäre, der ein gewaltiges Wort mitzureden hat, wenn es um die Frage von Krieg oder Frieden geht. Das macht den Nordkorea-Konflikt noch unberechenbarer als er schon ist.

Mit „Feuer-und-Zorn“-Rhetorik jedenfalls, derer sich Trump bedient, wird das Problem nicht zu lösen sein. Sie ist kontraproduktiv, das haben die Reaktionen Kims in den vergangenen Monaten gezeigt. Auf jede militärische Drohgebärde aus den USA folgte eine neue atomare Provokation aus Pjöngjang. Langsam, sollte man glauben, müssten auch Trump und seine Leute begriffen haben, dass diese Strategie nicht erfolgreich ist.

Donald Trump ist nicht der Verantwortliche

Es darf aber nicht der Eindruck erweckt werden, als säße der Verantwortliche für die Nordkorea-Krise in Washington. Das wäre Unfug. Die Trump-Regierung reagiert nur besonders ungeschickt auf die Zündeleien Kims. Er scheint das lukrative Familiengeschäft erhalten zu wollen, das in seinem Fall ein ganzes Land samt seinen 25 Millionen Einwohnern umfasst.

Ihn treibt offenbar auch die irrige Vorstellung an, er könne erst sicher vor den USA sein, wenn er sich mit Atomraketen bewaffne. Er müsse, so denkt der Machthaber aus Pjöngjang vielleicht, die USA mit diesen Waffen vor die Wahl stellen, sich zwischen dem Schutz von San Francisco und dem Schutz von Seoul in Südkorea entscheiden zu müssen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Nordkorea

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