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Die Grünen Erfolg der öko-sozialen Profillosigkeit?

Die Grünen sind unter neuer Führung wieder in Bewegung gekommen. Aber offen ist immer noch, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Der Leitartikel.

Schaulaufen für die Urwahl der grünen Spitzenkandidaten
Katrin Göring-Eckardt, Robert Habeck, Cem Özdemir und Anton Hofreiter auf der Suche nach einem Profil. Foto: dpa

Der Glanz, den Baerbock und Habeck verbreiten, überstrahlt die Tatsache, dass die Partei noch lange nicht wieder zu einer klaren inhaltlichen Ausrichtung gefunden hat. Im schwarz-grünen Hessen geht sie selbst auf dem Feld der Bürgerrechte fragwürdige Kompromisse ein (Stichwort Verfassungsschutzgesetz); und Robert Habeck weicht beharrlich jeder Frage nach höheren Steuern für Reiche aus. So zeigt sich, dass es noch ein weiter Weg ist zum klaren öko-sozialen Profil.

Vielleicht sollten die Grünen mal auf den großen Zulauf zu Sahra Wagenknechts „Aufstehen“-Initiative schauen, statt sie von Anfang an komplett zu verdammen: Könnte darin, unabhängig von berechtigter Kritik an manchen Äußerungen Wagenknechts, ein Signal auch an die „Öko-Partei“ enthalten sein?

Es gibt in dieser Gesellschaft offenbar immer noch ein verbreitetes Bedürfnis, dem Rechtstrend eine linke Alternative entgegenzustellen. Die Grünen müssten auf ihr eigenes Profil nicht verzichten, um Teil dieser Alternative zu werden, gerade nicht auf dem Feld von Ökologie und Klimaschutz. Aber sie könnten deutlich machen, dass sie sich als Teil einer neuen, modernen Mehrheitslinken verstehen. Davon sind sie aber noch weit entfernt.

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