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Der Fall Claas Relotius Absolute Objektivität gibt es nicht

Journalismus soll die Wirklichkeit objektiv abbilden. Aber kann er das? Müssen wir nicht akzeptieren, dass es mehrere „Wahrheiten“ gibt? Der Leitartikel.

Claas Relotius
Der Reporter des „Spiegel“, Claas Relotius, nahm es mit der Wahrheit nicht so genau. Foto: imago

Es wäre auch ein Auftrag an alle, die mediale Vermittlung des Weltgeschehens nicht als Wahrheitsmaschine zu verstehen, sondern als Angebot. Als ein Angebot, die journalistische Darstellung der Wirklichkeit zwar als eine möglichst wahrhaftige zu verstehen, aber zugleich als Annäherung, als nur eine von vielen möglichen Wahrheiten.

Heute, da jede und jeder die Möglichkeit besitzt, die eigene Wahrheit öffentlich zu verkünden, könnte daraus die Wiederauferstehung einer echten öffentlichen Auseinandersetzung werden: Statt eine „Wahrheit“, die nicht unsere ist, empört als Lüge zu verwerfen, würden wir unsere Wahr-Nehmungen immer wieder aneinander messen.

Nur so könnte etwas entstehen, das sich als gemeinsame, öffentliche Annäherung an die Wahrheit beschreiben ließe. Zumindest an die Wirklichkeit.

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