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Angriff auf AfD-Politiker Zeit der Gewalt

Brutalität ist heute zu einer Facette des politischen Diskurses geworden, auch in Deutschland. Dagegen hilft nur zweierlei: Härte gegenüber Straftätern – und noch mehr Toleranz in unseren Debatten.

Im Journalismus ist in jüngster Zeit eine neue Textform entstanden, der Früh-Faktencheck. „Was wir bisher wissen und was nicht“ heißen Artikel über einen bestimmten Vorfall dann; sie sind eine Reaktion auf immer schnellere, hitzigere Debatten im Netz, ein Versuch der Orientierung im Stimmengewirr. Oft ist der Teil des Nichtwissens der bedeutendere. Denn erst wenn dieser Teil geklärt ist, steht fest, welche genaue politische Tragweite ein Vorfall hat.

Es gibt nun wieder so einen Moment. Diesmal geht es um einen AfD-Bundestagsabgeordneten, um Frank Magnitz, der verprügelt in einem Bremer Krankenhaus liegt. Noch am Dienstagabend war nicht klar, ob es sich beim brutalen, verurteilungswürdigen Überfall auf Magnitz um ein ideologisch motiviertes Verbrechen handelt oder nicht. Vieles deutet darauf hin, die Vermummung der Täter, ihr Vorgehen. Eine Sonderkommission der Polizei ist im Einsatz und ermittelt.

So oder so ist der Angriff auf den Abgeordneten unerträglich. Es ist kaum auszudenken, was hätte passieren können, wenn zufällig anwesende Handwerker Magnitz nicht geholfen und einen Rettungswagen gerufen hätten.

Unabhängig davon, ob die Intention des Angriffs politisch gewesen ist: Spätestens in den Kommentaren danach ist der Vorfall zum Politikum geworden. Die alltägliche Hetze gegen die AfD sei vor allem für den Angriff verantwortlich, sagten deren Spitzenpolitiker Alice Weidel und Alexander Gauland, andere äußerten sich noch brachialer.

Und auf der anderen Seite des politischen Spektrums wurde in Mitleidsbekundungen viel zu oft in Nebensätzen betont, wie furchtbar man die AfD doch finde – und dann eine in Anbetracht der Härte des Vorfalls fast lapidare Bemerkung „aber nicht mit diesen Mitteln“ hinterher geschoben.

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