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Xavier Naidoo Keinen Blumentopf

Die ARD schickt ohne Vorausscheid Erfolgssänger Xavier Naidoo zum Eurovision Song Contest. Muss die ARD die Nominierung zurücknehmen? Ein Kommentar.

Beim ESC will Xavier Naidoo „so schön und so gut singen wie noch nie in meinem Leben“. Foto: dpa

Klar, es geht nur um eine europaweite Schlagershow, auch wenn die von den beteiligten TV-Sendern heute zum Mega-Pop-Event aufgeblasen wird. Und doch ist es ja gerade die ARD, die dem „Eurovision Song Contest“ eine völkerverbindende Wirkung zuspricht. Dazu passt einerseits nicht, dass sie nun einen Sänger dafür aufstellt, der durch politische Sprüche und Texte auffiel, die mit antiamerikanischen und antisemitischen Verschwörungstheorien spielen. Mancher Text konnte als Aufruf zur Gewalt gegen Schwule verstanden werden.

Muss die ARD also die Nominierung zurücknehmen? So kann man diskutieren. Oder Naidoos ESC-Auftritt als das sehen, was er werden dürfte: Ein Schnulzensänger singt einen unpolitischen Song in einem Pop-Wettbewerb. Wir wissen ja auch nicht, wie all die anderen Barden und Tänzerinnen politisch ticken.

Naidoo zeigt, dass das besser so ist. Wir wissen aber nun, dass auch Prominente sich aus Halbwahrheiten ein Weltbild bauen und trotz Engagements für deutsch-israelische Projekte nicht genug über antisemitische Klischees wissen. Ein gesellschaftliches Vorbild wird Naidoo nicht mehr. Beim ESC soll er ja nur singen, siegen wird er kaum. Wenn seine homophoben Textproben beim ESC-Publikum bekannt werden, wird er gegen die unzähligen Schwulen unter den Grandprix-Fans keinen Blumentopf holen.

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