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Wikileaks Assange Assange schadet Wikileaks

Wikileaks stellt Zigtausende Dokumente und E-Mails von Sony ins Netz. Die Art und Weise, wie dies geschieht, ist unverantwortlich. Julian Assange schadet mit seiner Vorgehensweise em Kampf für Informationsfreiheit.

Wikileaks veröffentlicht gestohlene Unterlagen von Sony Pictures. Foto: dpa

Vielleicht ist Julian Assange einfach langweilig. Vielleicht hat er sich immer noch nicht von dem Schock erholt, dass mittlerweile Edward Snowden als der wichtigste Whistleblower unserer Zeit angesehen wird und Wikileaks fast vergessen ist. Auf jeden Fall hat Assange immer wieder das Gefühl, er müsse die Wichtigkeit seiner Enthüllungsplattform in Erinnerung rufen.

Dieses Mal tut er es auf besonders abstruse Weise: Er lässt auf Wikileaks Zigtausende Dokumente und E-Mails von Sony so ins Netz stellen, dass sie nach Namen und Begriffen durchsucht werden können. Die Daten sind keineswegs neu. Hacker haben sie im November 2014 bei Sony wahrscheinlich im Auftrag Nordkoreas erbeutet und damals schon unsortiert veröffentlicht, um gegen eine Hollywood-Schmonzette zu protestieren, die sich über den Diktator Kim Jong Un lustig macht.

Die Mails und Dokumente enthalten allerdings nicht nur Daten, die „einen seltenen Einblick in die inneren Abläufe eines großen, verschlossenen multinationalen Konzerns“ geben, wie Assange sagt, sondern Informationen über Mitarbeiter und Menschen außerhalb, etwa von Hollywood-Stars.

Das ist unverantwortlich und keineswegs im öffentlichen Interesse. Damit schadet er Wikileaks und dem Kampf für Informationsfreiheit. Der umsichtige Enthüller Edward Snowden dürfte das mit Schrecken beobachten.

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