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Waffen in den USA Der Staat und seine Feinde

Ein „Freier-Markt-Anarchist“ fällt in den USA nur noch maßvoll aus dem Rahmen. Ein Kommentar zur Herstellung von Waffen mit 3D-Druckern.

Cody Wilson
So sieht sie also aus, die 3D-gedruckte Kunststoff-Pistole „Liberator“. Foto: dpa

Fünf Minuten nach zwölf hat ein US-Gericht dem Staatsfeind Cody Wilson seinen Freifahrschein entzogen. Der Staat selbst, das Innenministerium, hatte ihn ausgestellt, als er ihm erlaubte, seine Druckprogramme für Schusswaffen unters Volk zu bringen.

Von früheren Staatsfeinden unterscheidet Wilson, dass nicht das FBI, sondern er selbst sich dazu erklärt hat. Wilson ist Staatsfeind aus Überzeugung, weil er staatliche Regeln ebenso ablehnt wie staatliche Aufgaben (und natürlich Abgaben). 

Darin gleicht er dem Rechtsaußen und ehemaligen Trump-Berater Bannon, dessen erklärtes Ziel die Dekonstruktion des Staates ist. Er gleicht dem (ehemaligen) Umweltminister Pruitt, der die Umweltpolitik zerstörte, dem Gesundheitsminister Azar, der die Krankenversicherung bekämpft. Ein „Freier-Markt-Anarchist“ wie Cody fällt in dieser Reihe nur maßvoll aus dem Rahmen. 

So sieht eine Welt aus, in der der Staat sich mit seinen Feinden verbündet. Aber wie sonst soll es sein, wenn die Feinde des Staates ihn regieren, wenn Donald Trump, sein erster Diener, auch sein erster Feind ist? 

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