Lade Inhalte...

USA und Nordkorea Trump und Kim feiern zu Recht

Wobei sich der nordkoreanische Machthaber eher als Gewinner fühlen darf. Der Druck auf US-Präsident Trump nämlich ist größer. Ein Kommentar zum Gipfel in Singapur.

Kim Jong Un und Donald Trump
Händeschütteln nach den Unterschriften: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump. Foto: afp

Das Ergebnis des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un ist ein erster wichtiger und entscheidender Schritt in einem Verhandlungsmarathon, bei dem offen ist, ob und wann das Ziel einer Denuklearisierung Nordkoreas erreicht wird. Dennoch feiern Trump und Kim den Gipfel zu recht als großen Erfolg. Wobei Kim sicher der größere Gewinner ist. Er verhandelte mit dem Präsidenten der Weltmacht USA auf Augenhöhe, was sein Land seit Jahrzehnten anstrebte. Und er hat nicht allzu viel versprochen.

Aber auch Trump fährt nicht mit leeren Händen nach Hause. Er hat die Zusage einer atomaren Abrüstung und zugleich hat er im Gegenzug lediglich versprochen, dem Regime in Pjöngjang eine Sicherheitsgarantie zu geben, wenn es tatsächlich schrittweise abrüstet.

Und auch der freundliche Ton beim Treffen ist ein Fortschritt, nachdem sich die beiden Kontrahenten noch vor nicht allzu langer Zeit rüde beschimpften.

Donald Trump muss mehr als nur Dealmaker sein

Es kommt also nun darauf an, wie Trump und Kim nun die Gespräche weiter führen. Sie werden das Resultat auf unterschiedliche Weise innenpolitisch erklären müssen. Auch hier ist der Druck auf Trump größer als auf Kim.

Der US-Präsident muss nicht nur belegen, dass er der beste Dealmaker ist. Er wird auch zeigen müssen, dass er in der Lage ist einen komplexen und langwierigen Verhandlungsprozess zu meistern.

Früher oder später wird man ihn auch an dem Atomdeal mit dem Iran messen, den Trump bislang nicht schätzt. Kim hingegen wird zeigen müssen, ob er Willens und in er Lage ist, sein Land die Atomdoktrin auszureden, nachdem das Regime jahrzehntelang dieses Ziel mit allen Mitteln verfolgte.

In einem weiteren gleichzeitigen Schritt müssen China und Russland sowie Südkorea und Japan in die Gespräche eingebunden werden. Eine Denuklearisierung Nordkoreas wird nur gelingen, wenn die Ängste und Sorgen der ganzen Region berücksichtigt werden. Eine Denuklearisierung wird es also nur geben, wenn alle Seiten bereit sind, diesen langen und schwierigen Weg zu gehen und sie Rückschläge wegstecken können.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen