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USA Ivanka Trump sorgt für Stress im Weißen Haus

Donald Trumps Tochter widerspricht ihrem Vater öffentlich. In dessen postfaktischer Twitter-Hemisphäre lässt sich der familiäre Aufstand wieder zu den eigenen Gunsten drehen. Unser Kommentar.

Ivanka Trump
Ivanka Trump feierte ihren Vater als Kämpfer für Frauenrechte. Foto: dpa

Für Donald Trump sind nicht alle Medien „Feinde des Volkes“ – nur jene, die kritisch über seine desaströse Politik der Spaltung berichten. Fox ist gut, CNN und New York Times sind schlecht. „Fake News“ lautet der Kampfbegriff, mit dem er Verschwörungstheoretikern täglich neue Nahrung gibt. Wie ein beratungsresistenter Tyrann schmeißt Trump jeden raus, der seinen kruden Ansichten widerspricht.

Mit Verwandten geht das nicht so leicht. Man kann sich vorstellen, was los ist im Hause Trump, seit sich Tochter Ivanka gegen die Medienschelte gestellt hat. Nur auf Nachfrage, aber doch eindeutig: „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Medien die Feinde des Volkes sind.“

Die Trump-Dynastie und ihre Pläne

Und sie legt noch einen drauf: Die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze bezeichnet Ivanka, deren Mutter aus der Tschechoslowakei in die USA kam,  als „Tiefpunkt“ der väterlichen Einwanderungspolitik.

Man muss die Revolte nicht überbewerten. Zu oft hat die Präsidententochter und -beraterin die Erwartungen auf einen liberalen Einfluss im Trump-Umfeld enttäuscht. Sie brachte es fertig, sich selbst als Feministin zu bezeichnen und ihren Vater, der Pornostars mit Geld den Mund versiegelt, im gleichen Atemzug als Kämpfer für Frauenrechte zu feiern.

In Trumps postfaktischer Twitter-Hemisphäre lässt sich der familiäre Aufstand wieder zu den eigenen Gunsten drehen. Ivanka sei ja nur gefragt worden, „ob die Medien die Feinde des Volkes seien. Sie sagte richtigerweise nein. Es sind die Fake News, welche einen Großteil der Medien ausmachen, die die Feinde des Volkes sind!“ Einfach gesagt: Ivanka meinte das gleiche wie der Papa, nur die doofen Medien haben es wieder nicht kapiert.

Sollte etwas dran sein an den angeblichen Plänen der Trump-Dynastie, Ivanka zur ersten weiblichen US-Präsidentin zu machen, muss ja niemand wissen, dass die bald mächtigste Frau der Welt zuhause den Hintern versohlt kriegt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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