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US-Wahlkampf 2020 Trump sichert Jobs – in China

Donald Trump lässt die Fahnen für seine Wiederwahl-Kampagne in China nähen. Das zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass er ein personifiziertes Paradox ist - und völlig ungeeignet, ein Land zu regieren. Unser Kommentar.

"Keep Amerika Great"
Näherinnen in eine Fabrik in Jiahao, China, produzieren die Fahnen für die Wiederwahl-Kampagne von Donald Trump. Foto: rtr

Donald Trump will wiedergewählt werden. Klar, er ist ja auch ein „great“ Guy und „your favourite president“. Seinen Wahlkampf-Slogan „Trump 2020 - Keep America Great!“ hat er sich schon Anfang des Jahres sichern lassen und in einer großen Veranstaltung im März stolz präsentiert.

Jetzt gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase: Die Merchandising-Maschine nimmt ihre Fahrt auf. Denn was wäre ein amerikanischer Wahlkampf ohne Buttons, Wimpel, Shirts und natürlich Fahnen, mit denen sich die treuen Anhänger des Kandidaten identitätsstiftend ausstatten können? Genau dieses Merchandise lässt Trumps Wahlkampfteam jetzt im großen Stil nähen. Nur eben nicht von Amerikanern, sondern in einer Fabrik im Osten Chinas. 

Das ist ein eklatanter Widerspruch zu Donald Trumps „America First“-Kampagne, dem viel bemühten Schlachtruf, der ihm die Präsidentschaft verschafft hat. Seit Beginn seiner ersten Wahlkampagne proklamiert er, zuallererst die heimische Wirtschaft fördern zu wollen. Dafür ist ihm fast kein Preis zu teuer: Der US-Präsident riskiert für das hehre Ziel „America First“, internationale Beziehungen dauerhaft zu beschädigen und die Welt in einen Handelskrieg zu stürzen. Derzeitiger Lieblingsgegner des starken Mannes im Weißen Haus ist China. Zuletzt verhängte Trump massive Strafzölle gegen die Volksrepublik, weil China mehr Waren nach Amerika verkauft als anders herum.

Nun aber lässt sein Kampagnen-Team chinesische Näher und Näherinnen zu Minimalpreisen massenweise Wiederwahl-Wimpel produzieren und nach Amerika importieren. Das zeigt nur eines: Für Trump und seine Wahlkampagne gelten völlig andere Maßstäbe als für das Land, dessen Geschicke er lenkt. Wieder beweist der US-Präsident eindrücklich, dass er ein personifiziertes Paradox und schlicht ungeeignet ist, ein Land zu regieren.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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