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UN-Vollversammlung Donald Trump, der Kaiser ohne Kleider

US-Präsident Donald Trump liefert vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen die übliche Selbstbeweihräucherungsshow ab - und merkt offenbar gar nicht, dass er nackt dasteht. Der Kommentar.

US-Präsident Donald Trump hält eine Rede vor der UN-Vollversammlung.
Foto: rtr

Es hatte etwas Befreiendes, als im ehrwürdigen Großen Saal der Vereinten Nationen kurz Gelächter ausbrach. Vorne am Rednerpult hatte Donald Trump sich mal wieder gebrüstet, mehr erreicht zu haben als jeder Präsident zuvor. Das ist eine beliebte und vergleichsweise harmlose Falschaussage, doch an diesem Ort wirkte sie plötzlich lächerlich. Vor den Regierungschefs aus aller Welt stand er wie ein Kaiser ohne Kleider da. 

Doch damit endete das Vergnügen. Tatsächlich sind die USA nämlich der größte Beitragszahler der UN. Ohne sie geht wenig. Und in seiner Rede machte der Präsident klar, was er von internationalen Regeln und Institutionen hält: nichts. Auch die Bedeutung von Verbündeten bemisst er alleine nach ihrer Nützlichkeit.

Donald Trump: USA als größter Bremser

So steht das kommunistische Regime in Nordkorea, obwohl es sein Atomarsenal keineswegs abgebaut hat, plötzlich hoch im Kurs. Deutschland hingegen wird angeprangert, weil es nicht genug amerikanisches Flüssiggas kauft. Statt Demokratie oder Freiheit stellte Trump den Patriotismus in den Mittelpunkt seiner Rede. Für keinen der vielen Krisenherde dieser Welt hatte er den Ansatz einer Lösung. Unter seiner Regierung fallen die USA nicht nur als Vorkämpfer internationaler Zusammenarbeit aus. Sie werden zum größten Bremser.

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