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Trumps Space Force „America First“ erobert den Weltraum

US-Präsident Donald Trump will bis 2020 eine Weltraum-Streitkraft einführen. Damit befindet er sich in bester republikanischer Tradition. Die Finanzierung könnten seine Anhänger übernehmen. Unser Kommentar.

Donald Trump
Trump. Donald Trump. Die Welt ist nicht genug. Foto: afp

Hoffentlich erfahren die Aliens nichts von unserer Existenz, sonst plündern und zerstören sie unseren Planeten. Schon der geniale Physiker Stephen Hawking glaubte an die Existenz von Außerirdischen und warnte davor, das intelligente Leben im All auf uns aufmerksam zu machen.

Ein weniger genialer US-Präsident namens Donald Trump will bis 2020 eine Weltraum-Streitkraft einführen. Denn es sind nicht nur die Aliens, für die die USA sich wappnen müssen. Vizepräsident Mike Pence verweist auf die Entwicklung von Weltraumwaffen durch Russland und China, die etwa US-Satelliten bedrohen und Navigationssysteme wie GPS stören könnten. „Es ist nicht genug, nur eine amerikanische Präsenz im Weltraum zu haben. Wir müssen amerikanische Dominanz im Weltraum haben. Und das werden wir.“

Ronald Reagan hatte ähnlich verrückte Pläne

Im entsprechenden Pentagon-Bericht heißt es, die USA müssten uneingeschränkten Zugang zum All haben und dort frei operieren können, „um Amerikas Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand und wissenschaftliche Erkenntnisse voranzubringen.“ Trump greift mit seiner „America-First“-Agenda also nach den Sternen und erobert nach der kleinen Erde auch das große Weltall.

Damit befindet er sich in bester republikanischer Tradition. 1983 gründete ein gewisser Ronald Reagan die „Strategic Defensive Initiative“, auch schlicht „Star Wars“ genannt. Die Idee: Mit Waffensystemen am Boden und im Weltraum – inklusive hochenergetischer Laserkanonen – sollte ein gigantischer Abwehrschirm errichtet werden, der die USA vor sowjetischen Raketen schützt. 120 Milliarden Dollar gaben die USA für das Projekt aus, bis die Clinton-Regierung den Science-Fiction-Wahnsinn im Jahr 1993 endlich beendete.

Vergleichsweise winzig sind die Summen, mit denen die aktuelle US-Regierung spekuliert. Im Verteidigungsbudget 2020 will der Präsident den Kongress zunächst um acht Milliarden Dollar für einen Fünfjahreszeitraum bitten. Trotzdem könnte man mit dem Geld sinnvollere Dinge anstellen. In den Sozialstaat oder ins Gesundheitssystem investieren zum Beispiel. Wichtiger ist Trump aber die militärische Aufrüstung und die Abschottung nach außen gegen jede mögliche Form der echten oder vermeintlichen Bedrohung – sei es der Russe, der Chinese, der Außerirdische oder, noch schlimmer, der Mexikaner. Bleibt zu hoffen, dass die markigen Worte von der Weltraum-Streitkraft genauso folgenlos bleiben wie das fremdenfeindliche Gequatsche von der Grenzmauer nach Mexiko.

Vielleicht wird die Finanzierung für das ambitionierte Weltraum-Streitkraft-Programm aber auch ein Selbstläufer. Mehrere US-Medien berichten, das Trump-Team habe eine Rundmail an alle Anhänger des Präsidenten verschickt, damit diese über ein Logo für die neue Space Force abstimmen können. Denn wer würde nicht gern ein kleiner Teil davon sein, wenn die US-Streitkraft in naher Zukunft den Weltraum erobert? Laut Medienberichten landet man nach der Abstimmung über eins der Logos in lächerlicher MS-Paint-Optik auf einer Seite, auf der man Trump einen Beitrag seiner Wahl spenden darf. „Contribute now and together, we WILL Make America Great Again!”

Die Logos kursieren schon in den sozialen Medien, unser Favorit ist jenes mit der Schlagzeile „Mars Awaits“. Was will ein Verteidigungsprogramm auf dem Mars, würden Kleingeister jetzt fragen. Aber es kann ja durchaus sein, dass man doch noch intelligentes Leben auf dem roten Planeten entdeckt, dass uns nicht besonders freundlich gesinnt ist, wie Stephen Hawking gesagt hätte. Für diesen Fall ist Trump vorbereitet – notfalls überrascht er die Marsianer mit einem Verteidigungsangriff auf eigenem Territorium. (mit Agenturen)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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