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Tabaklobby Das Paradies der Zigarettenlobbyisten

Deutschland hinkt europaweit bei der Tabakprävention hinterher, der Einfluss der Zigarettenhersteller zieht sich durch die gesamte Politik. Es ist höchste Zeit für schonungslose Aufklärung. Unser Kommentar.

Der Einfluss von Zigarettenherstellern erstreckt sich vom Bund bis in die Kommunen. Foto: dpa

Deutschland entpuppt sich als Paradies für Zigarettenlobbyisten – mal wieder. Obwohl die Bundesrepublik im internationalen Vergleich bei der Tabakprävention ohnehin schon hinterherhinkt – nur in einem weiteren Land in der EU ist Plakatwerbung zum Beispiel noch erlaubt – könnten die Tabakhersteller, jetzt wo es um Gruselbilder geht, erneut geschont werden.

Wer die Arbeit der Tabak-Lobby beobachtet, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die deutsche Politik fest in ihrem Griff hat. Auf europäischer Ebene fällt Berlin immer wieder als Bremsklotz in Sachen Tabakprävention auf, und wenn es um die nationale Umsetzung internationaler Richtlinien geht, sieht es nicht besser aus.

Die Tentakel der Lobby erstrecken sich vom Bund bis zur Kommune. Die Stadt Dortmund bringt es zum Beispiel seit Jahren fertig, die größte Tabakmesse der Welt auszurichten, obwohl die Bundesrepublik eine UN-Konvention unterzeichnet hat, die sie dazu verpflichtet, den Kontakt zur Tabakindustrie auf ein Minimum zu begrenzen. Und in der Bundesregierung und den Ländern kann die Lobby oft mit wirtschaftlichen Argumenten punkten.

Solange die Gesellschaft die Schäden des Rauchens trägt, hat sie ein Recht darauf, dass jeder, der zur Zigarette greift, eine schonungslose Aufklärung über sich ergehen lassen muss. Das ist das Mindeste – und das sollte Berlin nun endlich umsetzen.

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