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SPD Jegliches Gespür verloren

Die Sozialdemokraten sind so zerstritten, dass jeder Anlass genügt, aufeinander loszugehen. Ein Kommentar.

SPD-Präsidium
Andrea Nahles muss noch warten auf den Vorsitz. Foto: dpa

Wer schon mal beim Möbelbauen gescheitert ist, kennt das: Erst stimmt die Konstruktion nicht richtig, dann fängt man mit dem Reparieren an, und am Ende macht jeder Handgriff das Ganze noch schlimmer. Bis das Ding vollends zusammenbricht. Die SPD befindet sich erschreckend nah an diesem Punkt. Der Versuch, durch die rasche Installation von Andrea Nahles das Debakel um Martin Schulz zu reparieren, war schon längst nach hinten losgegangen, bevor die Gremien am Dienstag zusammenkamen.

Dass Nahles den Vorsitz übernehmen sollte, war relativ unumstritten. Dass aber das Verfahren ersatzweise zum Zankapfel wurde, zeigt: Die Partei ist so zerstritten, dass jeder Anlass genügt, aufeinander loszugehen.

Auf Widerstand gegen die „Groko“ konzentrieren

Über eine Urwahl kann man reden, und die Gegenkandidatur von Simone Lange ist mutig. Aber dass die Parteilinke sich jetzt am Verfahren festbiss, statt sich auf den berechtigten Widerstand gegen die „Groko“ zu konzentrieren, war überflüssig. Und die Führung hätte von Anfang an auf die Installation Nahles’ als kommissarische Vorsitzende verzichten müssen. Sie hätte dafür allerdings etwas gebraucht, das sie offenbar verloren hat: das Gespür dafür, wie ihr Herumwerkeln jenseits der Berliner Sitzungssäle wirkt.

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