Lade Inhalte...

„Soko Schwarzer Block“ JU-Politiker Schäfer empört mit sexistischem Tweet

Konrad Schäfer, Politiker der hessischen Jungen Union, teilt ein Fahndungsbild der „Soko Schwarzer Block“ und kommentiert es sexistisch. Den Shitstorm, der folgt, hat er sich verdient. Ein Kommentar.

G20 Hamburg
Die sogenannte „Soko Schwarzer Block“ fahndet öffentlich nach verdächtigen Personen bei G20. Foto: Pawel Kopczynski (X00616)

Konrad Schäfer, konservativer Christdemokrat der Jungen Union, ist fleißig auf Twitter unterwegs.  So dachte er, die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung der „Soko Schwarzer Block“ viral unterstützen zu müssen, die die Bilder von möglicherweise an den G20-Randalen in Hamburg beteiligten Personen im Netz veröffentlicht.

Das Bild einer Frau hatte es ihm besonders angetan, das er auf Twitter mit dem Wortlaut teilte: „Gar nicht mal so hässlich für eine Linksextreme. Seltsame Hose aber. #Terrormaus #G20 #Fahndung.“ Oha, die „Terrormaus“ ist also gar nicht mal „so hässlich“ in den Augen des hessischen Jungunionisten, seines Zeichens angehender Jurastudent, der damit in sexistische Niederungen vorgedrungen sein dürfte, die ihm bei seinen Kameraden möglicherweise Punkte bringen. Den Shitstorm auf Twitter hingegen hat er sich redlich verdient.

„Gar nicht mal so untypisch für ein verklemmtes Muttersöhnchen, für den selbstbestimmte Frauen eine Bedrohung des verschrobenen patriarchalen Weltbildes darstellen. Willkommen in 2017, Du sexistischer Vollhorst“, schreibt etwa @baboon696969 hier stellvertretend für viele, die insbesondere die Frage stellen, was an Konrad Schäfers Erziehung so alles schief gelaufen sei.

Den Tweet hat er inzwischen gelöscht, doch bleibt bemerkenswert, dass dies nicht im Hinblick auf seinen Sexismus geschah. Er entschuldigt sich vielmehr dafür, „zu Unrecht“ davon ausgegangen zu sein, „dass auch Privatpersonen Fahndungsbilder der Polizei teilen dürfen“. Das ist für einen angehenden Juristen schon eine bemerkenswerte Fehlleistung, dem angehenden Christdemokraten sollte sein Frauenbild deutlich mehr zu denken geben. „Zum Thema Sexismus – klar war die Wortwahl provokant. Ziel war aber niemals, die abgebildete Person herabzuwürdigen, sondern auf Straftaten aufmerksam zu machen“, ergänzt Schäfer, der vielleicht noch lernen muss, wann es besser ist zu schweigen.

Denn niemand wird seiner Deutung folgen, seine Aussage über die Optik einer Frau würde den Sachverhalt einer Straftat kommunizieren, indem man sie als #Terrormaus abwertet und äußerliche Attribute reduziert. Abgesehen davon ist der Frau eine Straftat überhaupt nicht nachgewiesen, weshalb hier eine unzulässige Vorverurteilung vorliegt.

„Als angehender Jurist weder Recht noch Moral kennen. Top Personal bei der JU!“, bringt es @okapiden auf den Punkt. Kann man so stehen lassen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen