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Sexuelle Übergriffe Das herrschende männliche Selbstverständnis

Immer wieder wehren sich Frauen gegen das kollektive Schweigen bei sexuellen Übergriffen, doch schnell herrscht wieder Stille. Mit dem gesellschaftlichen Augenzwinkern muss endgültig Schluss sein. Doch das reicht nicht. Unser Kommentar.

Margot Wallström
Die schwedische Außenministerin Margot Wallström wurde Opfer sexueller Belästigung. Foto: Imago

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie plötzlich eine fremde Hand zwischen Ihren Schenkeln spüren würden? Wenn Ihr Sitznachbar, während er angeregt zur einen Seite plaudert, zur anderen einen sexuellen Angriff auf Sie startet?

So erging es der schwedischen Außenministerin Margot Wallström bei einem Essen mit EU-Staats- und Regierungschefs. So erging es 17 französischen Ministerinnen, die im vergangenen Jahr einen Aufruf gegen sexuelle Belästigung starteten – darunter die heutige IWF-Chefin Christine Lagarde.

Sexuelle Gewalt ist keine Frage von Status, Bildung oder sozialer Schicht. Sie droht Frauen (und selten Männern) überall. Das kollektive Schweigen, das diese Übergriffe begleitet, wird zwar von Frauen immer wieder durchbrochen. Doch allzu schnell herrscht wieder Stille.

Deshalb muss endgültig Schluss sein mit dem gesellschaftlichen Augenzwinkern und der Kumpanei, die diese Straftaten grundieren. Die die Täter ermutigen, weil ihnen nur selten soziale Ächtung droht. Selbstverständlich muss Schluss sein mit der Straffreiheit.

Doch das reicht nicht. Hier geht es um ein noch immer herrschendes männliches Selbstverständnis, das Frauen zur Beute macht. Schluss damit!

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