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Sammlungsbewegung „Aufstehen“ Es gibt viel zu bewegen

Sahra Wagenknechts Sammlungsbewegung „Aufstehen“ mit Nazis zu vergleichen, ist unterirdisch. Aber kann sie schon Teil eines freiheitlichen linken Projekts sein? Unser Kommentar.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht organisiert eine linke „Sammlungsbewegung“. Foto: dpa

Wer glaubt, der neuen „Sammlungsbewegung“ von Sahra Wagenknecht und Co. mit Nazi-Vergleichen begegnen zu können, liegt daneben. Der Grüne Volker Beck hat das getan: Er twitterte, der Hashtag „Aufstehen“ klinge irgendwie nach „Erwache“.

Bei aller Kritik:„Aufstehen“ ist, erst recht in der zuletzt migrationspolitisch bereinigten Version, nicht rechts. Auch wenn manche Kommentare im Netz aus dieser Ecke kommen. Das sollte die Initiatoren anspornen, noch deutlicher zu machen, dass sie mit Anleihen beim AfD-Vokabular nichts oder nichts mehr zu tun haben wollen. Aber disqualifiziert ist „Aufstehen“ damit nicht.

Wichtiger für die Entwicklung im Land ist folgende Frage: Könnten Initiativen „von unten“ – zuletzt #MeTwo und „Seebrücke“ – sich zu einer starken Bewegung gegen den Rechtsruck verbinden? Könnte eine eher „von oben“ initiierte Organisation wie „Aufstehen“ dabei helfen?

Bisher gilt: Wo Rassismus zu laut wird und Illiberalität zu offenkundig, steht der freiheitliche Teil der Gesellschaft auf. Das ist viel, aber nicht alles. Wenn Sahra Wagenknecht mehr will, sollte sie zum Beispiel auf „Seebrücke“ zugehen. Das wäre ein Zeichen, dass sie nicht für Abschottung steht. Und vielleicht der Aufbruch in ein so linkes wie freiheitliches Projekt.

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