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Sahra Wagenknecht Wagenknechts Moral

Wer die westlichen Luftangriffe auf das Territorium des „IS“ mit dem Terror in Paris gleichsetzt, die russischen Luftangriffe und die Parteinahme Putins für Assad aber außer Acht lässt, der darf eine sachliche Auseinandersetzung nicht mehr erwarten. Ein Kommentar.

Die Linke Sahra Wagenknecht sieht keinen Unterschied in den Luftangriffen auf Syrien und der Terrormiliz IS. Foto: dpa

Sahra Wagenknecht ist kompromisslos bis an den Rand des moralischen Bankrotts. Wer die westlichen Luftangriffe auf das Territorium des „IS“ mit dessen Terrorattentaten auf Unschuldige in Paris gleichsetzt, die russischen Luftangriffe und die Parteinahme Putins für Assad aber außer Acht lässt, der darf eine sachliche Auseinandersetzung nicht mehr erwarten. Assad ist mitverantwortlich für 75 Prozent der Toten des syrischen Bürgerkriegs. Tote, über die Wagenknecht schwieg, bis der Westen eingriff.

Leute, die Wagenknecht gut kennen, sagen, sie habe vorm Regieren eine Höllenangst. Kein Wunder, ihre Ideologie ist was fürs Reißbrett, nichts fürs wirkliche Leben mit fehlbaren Menschen. Andere sagen: Wagenknecht ist in einer Welt groß geworden, in der der Westen an allem schuld war. Auch wenn in Russland die Opposition drangsaliert wird und in China die meisten Todesurteile vollstreckt werden – von dem Trip kommt sie nicht runter.

Schließlich isoliert die Vorzeigefrau die Linke von Bündnispartnern. Sie treibt nicht bloß die SPD auf die Bäume, sondern auch linke Grüne, mit denen allein eine Regierung zu machen wäre. In der Euro-, der Flüchtlings- und der Russlandfrage rückt sie die Linke an die AfD heran. Noch ist die interne Kritik verhalten. Das wird nicht so bleiben.

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