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Russland Unfähig zum Mitgefühl

Die Reaktionen auf den Brand in einem Einkaufszentrum im russischen Kemerowo sind grotesk. Warum man sich so aufspiele, hieß es. Ein Kommentar.

Russland
Der Umgang mit Tragödien in Russland ist schwierig. Foto: afp

Für die Angehörigen der Opfer des Brandes im russischen Kemerowo müssen die Worte der Verwaltung wie ein Schlag ins Gesicht wirken: Als die Trauernden ihrer Verzweiflung Luft machten und in der Stadt demonstrierten, wurden sie von Beamten mit der zynischen Frage empfangen, warum sie sich so aufspielten, anderswo stürben doch auch täglich Kinder. Es gibt noch mehr solcher grotesken Reaktionen auf die Tragödie im Einkaufszentrum, und sie zeigen, wie unfähig die Apparatschiks sind mitzufühlen.

Putin selbst ist für sie ein negatives Vorbild. Er rief erst einen nationalen Trauertag aus, als die Forderungen danach nicht mehr zu überhören waren. In seinen Regierungszeiten hat das Land viele Tragödien erlebt: den Untergang der „Kursk“, Anschläge sowie die Geiselnahmen in Beslan und in einem Moskauer Theater. Jedes Mal hatte Putin große Mühe, öffentlich mit seinen Bürgern mitzufühlen.

Eine Woche vor dem Brand haben die Menschen in Kemerowo mit mehr als 85 Prozent für ihn gestimmt. Es ist fraglich, ob sie es nach den staatlichen Reaktionen auf den Brand wieder tun würden.

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