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Reform des Medizinstudiums Pflaster statt Heilung

Die Kultusministerkonferenz macht einen unzureichenden Vorschlag, mit dem sie die Vergabe der begehrten Medizinstudienplätze gerechter machen will. Doch der Vorschlag ist harm- und hilflos. Unser Kommentar.

Mediziner
Bis Ende 2019 muss das Vergabeverfahren für Medizinstudienplätze neu geregelt werden. Foto: dpa

Harmlos und hilflos ist die Entscheidung der Kultusministerkonferenz (KMK), künftig die Zeit bis zur Aufnahme eines Studiums nicht mehr als Kriterium gelten zu lassen, um einen Medizinstudienplatz zu bekommen. Harmlos ist der Beschluss, weil er für die Bundesländer nicht bindend ist. Hilflos ist die Übereinkunft, weil sie an dem eigentlichen Problem nichts ändert.

Die Abiturnote bleibt weiter das wichtigste Auswahlkriterium für einen Medizinstudienplatz. Doch das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember dieses Vergabeverfahren für teilweise verfassungswidrig erklärt und gefordert, es müsse bis Ende 2019 neu geregelt werden.

Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit. Denn bislang bewerben sich rund 62 000 junge Menschen auf etwa 11 000 Plätze. Um dieses Missverhältnis zu ändern, müssten Politikerinnen und Politiker sofort mehr Plätze einrichten und finanzieren. Selbst wenn sie den selbst verschuldeten Mangel nur besser als bisher verteilen wollen, brauchen sie mehr als ein Pflaster. Eine heilende Therapie werden sie aber nicht von heute auf morgen erarbeiten.

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