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Raketentest der USA Schädliche Muskelspiele

Die USA lassen mit einem Raketentest die Muskeln spielen. Adressaten dieser Machtdemonstration sind vor allem China und Russland. Eine umsichtige Sicherheitspolitik sieht anders aus. Ein Kommentar.

Die USA haben eine Interkontinentalrakete vom Typ "Minuteman III" getestet.. Foto: rtr

Es ist beunruhigend, wenn die USA eine Interkontinentalrakete testen. Das Militär schoss in der Nacht zum Freitag das Projektil von Kalifornien aus in den Pazifik, wo es 8000 Kilometer entfernt einschlug.

Washington zeigt damit, dass die Weltmacht noch immer über Atomwaffen verfügt. Adressaten dieser Demonstration sind vor allem China und Russland. Das ist der schlechte Teil der Nachricht. Die ohnehin belasteten Beziehungen zu diesen Ländern werden dadurch nicht besser.

Noch schlimmer ist allerdings, dass die USA nun das Atomwaffenarsenal überflüssigerweise ein wenig in den Vordergrund rücken. So als ob es nicht reichen würde, dass Washington und Peking im südchinesischen Meer kaum eine Gelegenheit für eine militärische Stichelei auslassen und damit für wachsende Unsicherheit in der Region sorgen.

Für das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist der Raketentest schlicht Gift. Zum einen braucht Washington die Kooperation Moskaus, um den blutigen Bürgerkrieg in Syrien zu befrieden. Mit Muskelspielen wird sie die aber nicht bekommen.

Sollte Russland mit einem eigenen Test antworten, werden zusätzlich die mittel- und osteuropäischen Länder wie Polen und die baltischen Staaten nervös. Sie werden dann im Juni beim Nato-Gipfel in Warschau noch mehr Waffen anfordern. Eine umsichtige Sicherheitspolitik sieht anders aus.

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