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Prügel-Affäre Macrons mangelnde Moral

Die Affäre um den prügelnden Ex-Sicherheitschef im Elysee-Palast hinterlässt einen faden Geschmack - und Zweifel an Macrons moralischen Ansprüchen. Ein Kommentar von unserem Korrespondenten aus Frankreich.

Emmanuel Macron und Alexandre Benalla
Emmanuel Macron im Hintergrund, vorne der Ex-Sicherheitschef des Elysee-Palasts. Foto: afp

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron spricht von einer Funktionsstörung im Elysée-Palast. Aber was sich dort zugetragen hat, ist weit mehr als das. Obwohl Anfang Mai bekannt wurde, dass der damalige Sicherheitsberater des Präsidenten sich bei der 1.-Mai-Kundgebung einen Polizeihelm aufgesetzt und brutal auf Demonstranten eingeschlagen hat, behielten die Verantwortlichen dies für sich.


Es ist nicht damit getan, nun der Forderung des Präsidenten nachzukommen und den Sicherheitsapparat im Elysée-Palast so zu organisieren, dass künftig reibungslos ein Rädchen ins andere greift. Wer immer mit dem Fall des Schlägers befasst war, ob Innenminister, Präsident oder dessen Kabinettschef im Elysée-Palast: Er hätte dem Gesetz Genüge tun und umgehend die Staatsanwaltschaft informieren müssen. Und er hätte zu dem Schluss gelangen müssen, dass der Schläger als Sicherheitschef im Elysée-Palast nicht mehr tragbar ist.

Trotz der nachgeholten Entlassung des Mannes und sich abzeichnender neuer Strukturen im Sicherheitsapparat hinterlässt die Affäre denn auch einen reichlich üblen Nachgeschmack. Eine transparente, moralischen Ansprüchen genügende Politik hatte Macron den Franzosen versprochen. Im Fall Benalla ist er beides schuldig geblieben.   

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