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Presserichtlinie Pressekodex gegen Diskriminierung

Ob über die Nationalität eines Täters berichtet wird, entscheiden die Journalisten. So die neu diskutierte Richtlinie des Presserates. Es ist gut, das es so bleibt. Ein Kommentar.

War's ein Deutscher? Journalisten müssen im Einzelfall entscheiden, ob die Nationalität einen Bezug zur Tat hat. Foto: dpa

Es wäre ein seltsames Verständnis von Pressefreiheit, zu sagen: Den Medien kann es wurscht sein, ob sie jemanden diskriminieren oder nicht. Stattdessen gibt es auch in Zukunft folgende Richtlinie des Deutschen Presserats: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“ Gut, dass es dabei nun bleibt.

Sich daran zu halten, sagt die „Bild“-Chefin, könne eine „Bevormundung“ der Leser sein. Das ist blanker Unsinn, obwohl diese Frau von Leser-Bevormundung einiges verstehen dürfte. Wenn wir – wie „Bild“ – damit anfangen würden, ohne Rücksicht auf mögliche Diskriminierung alles Mögliche herauszuposaunen, könnten wir die Berichterstattung über Kriminalität auch dem Pressesprecher der AfD überlassen.

Übrigens: Nach der Kölner Silvesternacht war es richtig, die Täterherkunft zu erwähnen, und sicher geschah das zu spät. Aber hätten wir Medien da alles richtig gemacht – es wäre genau im Sinne des Pressekodex gewesen, denn es bestand ein „begründbarer Sachbezug“. Lernen wir also aus Köln in unserer täglichen Arbeit – der Pressekodex wird uns dabei eine Hilfe sein.

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