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Peter Fischer und die AfD AfD stürmt ins Abseits

Eintracht-Präsident Peter Fischer äußert sich klar gegen die AfD. Die verklagt ihn und ruft gleichzeitig dazu auf, dem Verein beizutreten. Doch da hat einer nicht mitgedacht. Unser Kommentar.

Peter Fischer
Stößt eine Diskussion um Rechtspopulisten in der Bundesliga an: Peter Fischer, Eintracht-Präsident. Foto: dpa

Nur scheinbar amüsiert war dieser Tage Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, über Peter Fischer, seines Zeichens Präsident von Eintracht Frankfurt, des größten hessischen Sportvereins also.  Peter Fischer hatte sich zuvor wenig begeistert von der Rechtsaußen-Partei gezeigt und seine politische Haltung insofern unterstrichen, als er sich gar „für 13 Prozent der Bevölkerung (schäme), die die AfD gewählt haben“. Bei seiner Eintracht wolle er keine AfD-Anhänger sehen: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.“

Alice Weidel gibt sich ganz Trump-like

Das hatte gesessen – weshalb sich selbst Weidel zur Causa ganz Trump-like am 30. Dezember auf Twitter äußerte: „Irgendwie belustigend, zu was sich drittklassige Proleten eines Fußballvereins so äußern.“ Den Präsidenten eines Bundesligaklubs als „drittklassigen Proleten“ zu bezeichnen, zeugt nicht unbedingt vom Sachverstand der rechten Unternehmensberaterin, der man das nachsehen mag, denn Eintracht Frankfurt ist keinesfalls nur ein Fußballverein, und Peter Fischer selbst war in jungen Jahren Basketballer.

Boateng-Brüder und das Thema Rassismus

Tatsächlich belustigend hingegen ist, dass ihre eigene Partei den Vorstoß Fischers so gar nicht witzig findet. Immerhin haben die hessischen AfD-Landessprecher Klaus Herrmann und Robert Lambrou Strafanzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Also scheinen die Damen und Herren Blauen doch ein wenig angefasst, weil erstmals ein prominenter Mann und Positionsträger der Deutschen allerliebsten Sportart so offenkundig seine Verachtung kommuniziert – und damit eine politische Botschaft ans Fußball-Volk sendet. Passend dazu wurde SGE-Kicker Kevin-Prince Boateng kürzlich für sein Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet, während sein Bruder Jérôme als Opfer des gängigen AfD-Rassismus (Alexander Gauland: „Die Leute wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“) zu bezeichnen ist.

Fußball gegen Rechtsruck in der Politik

AfD-Politiker Lambrou versucht es denn auch ob der politischen Außendarstellung des Klubs jenseits der Klage mit einem künstlich moderaten Frontalangriff. Seinen Fußball-affinen Anhängern rät er, diesem „wunderbaren Verein“ doch beizutreten, um bei der Wahl des Präsidenten am 28. Januar ein Wörtchen mitreden zu können. Nett gedacht, Herr Lambrou, nur leider wie so vieles aus den Reihen der AfD jenseits jeglicher Faktenbasis. An der Wahl darf sich nämlich nur beteiligen, wer mindestens ein halbes Jahr Vereinsmitglied ist. Das jedenfalls sagt die Satzung des Klubs.

Da fließt noch viel Wasser den Main hinunter, und wer weiß: Vielleicht folgen auch andere Klubs dem Beispiel und positionieren sich explizit gegen den Rechtsruck in der Politik und damit gegen die AfD. Dem Fußball dürfte das nur guttun – und der Gesellschaft ohnehin. „Die Meinungspolizei ist wieder da! Der Dieb ruft: ‚Haltet den Dieb‘ um davon abzulenken, dass er selber der Dieb ist! Der Nazi ruft: ‚Nieder mit den Nazis‘ um davon abzulenken, dass er selber der Nazi ist“, schrieb kürzlich ein Leser, dem diese Entwicklung nicht gefallen dürfte. Eben weil er sich wie so viele seiner Kameraden vor einer klaren Positionierung aus der Mitte fürchtet wie der Vampir vor dem Tageslicht.

 

 

 

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