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Opelaner-Protest in Eisenach Höckes AfD-Propagandamaschine läuft

AfD-Rechtsaußen Björn Höcke wird von einer Gewerkschaftskundgebung bei Opel in Eisenach vertrieben. Das scheint ihn so geschmerzt zu haben, dass er die Ereignisse auf Facebook ein bisschen anders darstellt. Ein Kommentar.

Eisenach
Björn Höcke von der AfD macht den Abgang. Foto: dpa

In Eisenach fand am Dienstag eine Protestkundgebung statt. „Wir kämpfen für Opelaner in Eisenach“ – unter diesem Motto hatten Gewerkschaften 1400 Menschen mobilisieren können, um für den Erhalt des Opel-Werks in der thüringischen Stadt zu demonstrieren.

Thüringens AfD-Vorsitzender Björn Höcke wollte sich mit einem halben Dutzend Parteikameraden unter die Opelaner mischen und die Protestkundgebung wohl für AfD-Propagandazwecke ausschlachten. Deutschland brauche „endlich wieder eine patriotische Wirtschaftspolitik“, hatte Höcke im Januar noch formuliert und betont, dass er „diese schädliche Haltung der Altparteien nicht länger“ hinnehme. Daran hatte die Belegschaft in Eisenach offensichtlich keinen Bedarf, und Höcke dürfte mit dieser Ablehnung gerade in seinem Stammland nicht gerechnet haben.

Wie in Videos, die im Netz kursieren, klar zu erkennen ist, drängten die Protestierenden den Rechtsaußen samt Gefolgschaft aus der Kundgebung – die AfD musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Der Betriebsrat erklärte zudem, dass die Solidarität der AfD nicht gebraucht werde. Diese offene Ablehnung könnte Höcke einigermaßen geschmerzt haben, und zwar so sehr, dass er die Geschichte in ein anderes Licht tauchte und die gestrigen Vorgänge auf seiner Facebook-Seite völlig anders darstellt.

 „Wir als AfD kämpfen an der Seite der um ihre Arbeitsplätze bangenden Opel-Mitarbeiter in Eisenach. Motto: ‚Miteinander für Morgen‘, gemeinsam mit ALARM! und IG Metall“, heißt es als Begleittext zu einem Bild, das Höcke andächtig zwischen seinen Kameraden zeigt. Auf einem anderen Bild ist ein grinsender Politiker zu sehen, der sich scheint‘s freundschaftlich mit der Belegschaft austauscht. Jedoch waren es gerade Teile der Belegschaft, die ihn vom Protestgelände weggedrängt hatten. Eine andere Aufnahme zeigt lediglich Gewerkschaftsfahnen, zwischen denen sich die AfD-Blaue harmonisch im Wind bewegt. Nichts zu sehen von dem Widerstand, der ihm vor Ort von allen Seiten entgegen schlug.

Das ist sie also, die AfD-Propaganda, die hier mit geschöntem Bildbeschnitt der Wahrheit ein bisschen auf die Sprünge zu helfen scheint. Das ist an Dreistigkeit allerdings kaum zu überbieten.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier AfD

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