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Österreich Integration war gestern

Wer nicht will, dass das Modell Österreich sich in der EU festfrisst, muss sich schleunigst Alternativen einfallen lassen. Unser Kommentar.

Demonstration gegen die Pläne der österreichischen Regierung
Die Koalitionspartner in Wien beschneidet die Rechte von Asylbewerbern drastisch. Foto: rtr

Der gemächliche Antritt der Regierung in Österreich täuscht: Im Nachbarland beginnt eine neue Epoche. Die erste Dekade dieses Jahrhunderts großer Wanderungen stand überall in Europa unter dem Motto Integration. Jetzt treten an seine Stelle Abschottung und Abschreckung. Fensterläden dicht, die Haustür abschließen, und umso behaglicher sitzt es sich daheim beim prasselnden Kaminfeuer.

Die Koalitionspartner in Wien haben sich die Rollen aufgeteilt. Die rechte FPÖ gibt die nationale Wach- und Schließgesellschaft: Sie befehligt die Soldaten an den Grenzen und die scharfe „Fremdenpolizei“ im Innern. Asylbewerber werden künftig kaserniert; Geld wir ihnen abgenommen. Wer nicht abgeschoben werden kann, kriegt so wenig Geld, dass er klauen gehen muss. Die Konsequenz ist durchaus gewollt. Integration war gestern.

Die konservative ÖVP mit dem wendigen Sebastian Kurz an der Spitze ist für das Biedermeier zuständig. Darunter muss man sich eine kleinunternehmerische Gesellschaft mit „Handschlagqualität“ vorstellen, wo man einander kennt und begünstigt und wo alle illegalen Absprachen bombenfest halten. Wer nicht will, dass das Modell Österreich sich in der EU festfrisst, muss sich schleunigst Alternativen einfallen lassen. 

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