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NSU-Prozess Nicht glaubwürdig

Beate Zschäpe hat im NSU-Prozess nun doch gesprochen, aber nichts Neues gesagt. Ihre angebliche Loslösung von der rassistischen Ideologie bleibt ein Lippenbekenntnis. Unser Kommentar.

NSU Prozess
Der Prozess gegen Beate Zschäpe geht zuende. Viele Fragen ließ die Angeklagte unbeantwortet. Foto: dpa

Es war ihre letzte Chance: Beate Zschäpe hat im NSU-Prozess noch einmal kurz selbst das Wort ergriffen. Das ist das Recht einer Angeklagten – genau wie es ihr gutes Recht war, zu schweigen und sich nicht selbst zu belasten. Wer aber beides selektiv in Anspruch nimmt, wie es gerade in die Strategie passt, ist nicht glaubwürdig.

Erneut hat Zschäpe behauptet, von den Morden nichts gewusst zu haben, und die Angehörigen um Entschuldigung gebeten. Wer soll das ernst nehmen, wenn sie sich im Prozess zugleich weigerte, die vielen Fragen der Familien und ihrer Anwälte zu beantworten?

Auch Zschäpes angebliche Loslösung von der rassistischen Ideologie des NSU bleibt ein Lippenbekenntnis. An jeden noch so unbedeutenden Aussteiger aus der Neonaziszene wird zu Recht der Anspruch gestellt, dass ein solcher Bruch unumkehrbar sein muss. Das heißt: Kein Ausstieg ohne Auspacken.

Nur wer die alten Kameraden verrät, hält sich nicht doch einen Weg zurück offen, zeigt Einsicht und dass nicht bloß taktische Motive ihn leiten.

Auch eine ernsthafte Reflexion der eigenen Weltsicht ist Voraussetzung. Wenn Zschäpe nun schlicht sagt, sie akzeptiere „die Gesinnung der Mitangeklagten“, für sie habe „das rechte Gedankengut“ aber keine Bedeutung mehr, ist sie offensichtlich meilenweit davon entfernt.  

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